Treibhausgasbilanz für die Therme Loipersdorf

(Feldkirchen/Wien, 4.4.2014) Das Umweltbundesamt hat erstmals eine Treibhausgasbilanz für die Thermalquelle Loipersdorf ermittelt. Die Berechnung zeigt, dass die Therme sehr gut abschneidet. Auch im Gastronomie- und Freizeitbereich punktet Loipersdorf mit geringen Treibhausgas-Emissionen.

 

Die Therme Loipersdorf hat es sich mit ihrer Philosophie vom Loslassen, Erleben und Stärken zur Aufgabe gemacht, ein ganzheitliches, inspirierendes Angebot für Körper, Geist & Seele zu schaffen. Dabei ist der Therme Loipersdorf besonders der Einklang mit der Natur und den Ressourcen wichtig. Um die vielen Aktivitäten objektiv und transparent zu bilanzieren, hat man sich vor drei Jahren entschlossen, das Umweltbundesamt dafür zu beauftragen.

 

„Die Treibhausgasbilanz liefert Unternehmen wichtige Informationen über ihre Umweltperformance und zeigt klimarelevante Einsparungspotenziale und Handlungsoptionen. Damit leisten Betriebe einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, betont der stellvertretende Umweltbundesamt-Geschäftsführer Dr. Karl Kienzl. „Wir freuen uns, dass sich die Therme Loipersdorf vom Umweltbundesamt analysieren und beraten lässt und ihre Umweltleistung für Kunden und Geschäftspartner transparent wird“, so Kienzl weiter.

 

Treibhausgasbilanz für das Unternehmen

Bei der Ermittlung der Treibhausgasbilanz haben die Umweltbundesamt-ExpertInnen den Energie- und Materialeinsatz in den wichtigsten Geschäftsbereichen analysiert: Wellness- und Spa, Verwaltung, Logistik und Mobilität der MitarbeiterInnen. Dabei wurden direkte und vorgelagerte Emissionen berücksichtigt und mit Österreich-spezifischen Emissionsfaktoren bewertet.

Die durchschnittlich 4.607 Tonnen an Treibhausgas-Emissionen (CO2-Äquivalent Emissionen) pro Jahr werden durch den Einsatz von Energie, Kältemitteln, Papier und Tonern, Hygienepapier, Reinigungsmitteln, Hilfsstoffen sowie durch den Fuhrpark, Dienstreisen und die An- und Abreisen der MitarbeiterInnen verursacht. Die Bilanz zeigt, dass die meisten Emissionen durch den Stromeinsatz (59%) verursacht werden, ein Viertel (25%) entfällt auf die Erzeugung von Wärme und weitere 10% sind auf den Einsatz von Kältemittel zurückzuführen. Die Mobilität der MitarbeiterInnen macht 5% an den Emissionen aus.

 

Carbon Footprint von Pommes Frites

Weiters haben die Umweltbundesamt-ExpertInnen den Carbon Footprint für ein beliebtes Produkt aus dem Gastronomiebereich ermittelt, nämlich Pommes Frites. Tiefkühl-Pommes wurden hinsichtlich ihrer Treibhausgas-Emissionen mit frischen – aus der Region stammenden Kartoffeln, die händisch in den Küchen verarbeitet werden, verglichen. Die Berechnung liefert den Beweis, wie wichtig der Beitrag regionaler Produkte für einen günstigen Fußabdruck ist. Durch den Umstieg auf regionale Kartoffel werden pro kg Pommes Frites knapp 740 g CO2-Äquivalent Emissionen eingespart, das sind 67% weniger. Der Carbon Footprint der regionalen Kartoffeln ist dreimal besser als jener der Tiefkühl-Pommes.

 

Carbon Footprint des Wasserspielparks

Auch im Fun Park kann die Therme Loipersdorf stolz auf ihre Umwelt-Performance sein. Die Umweltbundesamt-ExpertInnen haben den existierenden Wasserspielpark aus Holz mit einer (angenommenen) Alternativvariante aus Metall und Kunststoff verglichen. Durch die Holzvariante werden 6.378 kg CO2-Äquivalent Emissionen eingespart, das sind 76% weniger im Vergleich zur Alternativvariante. Der Carbon Footprint des Wasserspielparks aus Holz ist viermal besser als jener aus Metall und Kunststoff. Die Berechnung zeigt, dass die Entscheidung für die Holzbauweise aus Umwelt-Sicht richtig war.

 

„Unsere vielleicht utopisch anmaßende Vision ist es „im vollkommenen Einklang mit der Natur zu sein“ und unsere Treibhausgasbilanz gegen  Null zu setzen“, erläutert Wolfgang Wieser, Geschäftsführer der Therme Loipersdorf. „Dafür werden wir weitere Investitionen in die Anschaffung der neuesten Generation Wärmepumpen vornehmen, um die thermische Nutzung des 62 Grad heißen Thermalwassers zu erhöhen. Aber auch die Gewinnung von Strom und Wärme aus biogenen Produkten aus der Region (wie z.B. agrarische Abfallprodukte aus Maisspindeln  und Rapsstroh) stellt eine besonders interessante Herausforderung für uns dar.

 

Wir wollen als Leitbetrieb bewusst Verantwortung für die Region und ihre Menschen tragen. Von Pommes bis hin zum Stroh – alles im Einklang mit den Menschen und der Natur. Natur, die unseren Gästen regional, saisonal und ökologisch in allen Belangen Energie gibt“, so Wieser weiter.

 

Weitere Informationen

Sabine Enzinger, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel: 01/31304-5488,