Klimawandel trifft Österreich: Regionen müssen handeln

Umweltbundesamt und Klimafonds präsentieren Lösungen

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Wien, 14. April 2014 – Die Auswirkungen des Klimawandels treffen auch Österreich immer heftiger: Der vergangene Sommer brachte Rekordtemperaturen von über 40°C, der heurige Winter Schneechaos im Süden und verfrühten Frühlingsbeginn im Osten Österreichs. Die Folgen des Klimawandels sind in den Regionen angekommen. Es gilt dem globalen Phänomen jetzt auch lokal entgegenzuwirken: Die Regionen müssen ihre eigene, individuelle Klimawandelanpassungsstrategie entwickeln. Die Basis dafür schafft das Projekt FAMOUS. Finanziert durch den Klima- und Energiefonds aus dem Förderprogramm Austrian Climate Research Programme (ACRP) und umgesetzt durch das Umweltbundesamt in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur liegt nun als Ergebnis erstmals in Österreich ein praxiserprobtes Handbuch vor, das die Geschäftsführer Ingmar Höbarth (Klima- und Energiefonds) und Karl Kienzl (Umweltbundesamt) heute in Wien präsentierten.

 

„Klimawandel ist zwar ein globales Phänomen, die Folgen sind aber schon längst lokal spürbar. Die Regionen müssen jetzt handeln, bevor die Auswirkungen nicht mehr beherrschbar sind. Mit dem vorliegenden Handbuch bekommen die betroffenen Regionen erstmals klare Handlungsanleitungen, wie sie diesen Auswirkungen direkt entgegentreten können – rasch, effizient und lokal“, fassen Höbarth und Kienzl zusammen.

 

Der Klima- und Energiefonds und das Umweltbundesamt setzen dabei auf Praxisnähe und wissenschaftliche Standards. „Wir haben nationales und internationales Know-how gebündelt, mit AnwenderInnen Methoden und Werkzeuge erarbeitet und in der regionalen Praxis getestet. Herausgekommen ist ein Handbuch für Regionen, Städte und Bundesländer, um sich auf die Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten und auch Chancen zu erkennen“, so Karl Kienzl.

© Klimafonds/Preiss v.l.n.r.: Ingmar Höbarth, Geschäftsführer Klima- und Energiefonds, Norbert Miesenberger, Manager der Klima- und Energie Modellregion Freistadt und Karl Kienzl, stv. Geschäftsführer Umweltbundesamt

Gemeinsam zur regional effektivsten Strategie

 

Die Anpassung an das sich ändernde Klima ist eine komplexe Herausforderung. Sie betrifft maßgebliche Bereiche unserer Gesellschaft: Projekte, die ganz konkret den Klimawandel in seiner Komplexität erforschen und die Gesellschaft und Wirtschaft bei der Anpassung unterstützen, fördert der Klima- und Energiefonds seit seiner Gründung 2007. Ingmar Höbarth: „Selbst wenn wir es schaffen, den Temperaturanstieg durch den Klimawandel auf plus 2°Celsius zu beschränken, haben wir mit massiven Auswirkungen auf das menschliche Leben und die Wirtschaft zu rechnen. Mit unserem Klimafolgenforschungsprogramm ACRP stellen wir die wissenschaftlich fundierten Strategien für Österreich zur Verfügung, um rechtzeitige Maßnahmen für die Schlüsselsektoren Tourismus, Gesundheit, Katastrophenschutz aber auch Land- und Forstwirtschaft treffen zu können. Je früher wir die Anpassung an den zu erwartenden Klimawandel gestalten, desto erträglicher und ökonomisch tragbarer werden die Veränderungen sein.“

 

Die regionale Ausrichtung der Maßnahmen ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Karl Kienzl: „In jeder Region werden die Auswirkungen des Klimawandels anders sichtbar und spürbar, daher müssen für die Lösungen zur Anpassung die jeweils speziellen Bedürfnisse im Vordergrund stehen“, erläutert der stv. Umweltbundesamt-Geschäftsführer. „Was für alle Regionen gleich ist, ist, dass die besten Lösungen dann zustande kommen, wenn alle Betroffenen gemeinsam daran arbeiten.“

Praxiserprobte Werkzeuge und konkrete Ideen gegen den Klimawandel

 

Aufbauend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen haben die ExpertInnen des Umweltbundesamtes und der BOKU Informationen und Methoden für EntscheidungsträgerInnen zusammengefasst, mit dem der Prozess zur Entwicklung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen in Bundesländern, Regionen und Städten gestaltet werden kann. Das Besondere an diesem Handbuch ist, dass es gemeinsam mit potenziellen AnwenderInnen wie z.B. VertreterInnen der Landesregierung, von NGOs und RegionalmanagerInnen im Rahmen von mehreren Workshops erarbeitet wurde. Zusätzlich wurde das Handbuch einem Praxistest unterzogen und im Land Oberösterreich sowie in der Region Waldviertel angewendet. Damit wurde sichergestellt, dass die Anforderungen und Bedürfnisse der Bundesländer, Regionen und Städte berücksichtigt wurden. 
 

 

Förderprogramm ACRP: 30 Millionen für 126 Projekte

 

Österreich hat die von der Europäischen Kommission geforderte Klimawandel-Anpassungsstrategie bereits 2012 erstellt. Auf nationaler Ebene ist Österreich somit in der Vorbereitung auf die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen des Klimawandels einen Schritt voraus. Ein zentrales Instrument stellt dabei das Förderprogramm ACRP (Austrian Climate Research Programme) des Klima-und Energiefonds dar. Die ARCP-Projekte betrachten das Thema Klimawandel ganzheitlich und beleuchten damit alle Aspekte - von den naturwissenschaftlichen Grundlagen, über das Ökosystem, die Gesundheit, bis hin zum Wirtschafts-, Politik- und Gesellschaftssystem. So wird eine fundierte Wissens- und Entscheidungsbasis für Wirtschaft und Politik geschaffen.