Elektromobilität auf dem Prüfstand

Umweltbundesamt-Ergebnisse im Projekt DEFINE

© Umweltbundesamt/Gröger

Die Elektromobilität hat aufgrund der hohen Effizienz der Antriebe ein großes Potenzial zur Reduktion der Umweltbelastungen im Verkehrssektor. Ein Konsortium aus IHS, TU Wien, dem polnischen CASE, dem deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dem deutschen Ökoinstitut und dem österreichischen Umweltbundesamt hat Elektromobilität in einer systemischen Perspektive im Projekt DEFINE „Development of an Evaluation Framework for the Introduction of Electromobility“ auf den Prüfstand gestellt.  

Aufbauend auf empirischen Daten zum aktuellen Verkehrsverhalten und einer Conjoint-Analyse zur Simulierung der Kaufentscheidung haben ExpertInnen des Umweltbundesamtes Bestandsberechnungen abgeleitet und Umwelteffekte ausgewiesen.

 

Die Ergebnisse der Potenzialanalyse wurden bei einer Pressekonferenz am 12. November präsentiert. Das Fazit von Günther Lichtblau, Verkehrs-Experte im Umweltbundesamt: „Es kommt darauf an, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen. Mit weiteren Preissignalen und Regulierungsmaßnahmen können durch Elektrofahrzeuge bis 2030 bis zu 1,2 Mio Tonnen CO2-Emissionen im Straßenverkehr eingespart werden.“

Szenarien für Österreich – 1 Mio Elektrofahrzeuge im Jahr 2030

 

Das business-as-usual-Szenario (BAU) zeigt, dass bis 2030 unter aktuellen Rahmenbedingungen ein Bestand an ca. 886.000 Elektrofahrzeuge (rein elektrische und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge) in Österreich möglich ist. Werden zusätzliche Maßnahmen zur Forcierung von Elektromobilität berücksichtigt, kann der Bestand an Elektrofahrzeugen in der Flotte auf ca. 1 Mio Fahrzeuge im Jahr 2030 ansteigen. Für diese Entwicklung im Elektromobilität+-Szenario (EM+) sind Maßnahmen wie etwa ambitionierte Zielwerte für die CO2-Regulierung auf europäischer Ebene, eine Anpassung der NOVA, erhöhte Kraftstoffsteuern und ein verstärkter Ausbau der Ladestelleninfrastruktur in Österreich notwendig. Die Einsparungen an CO2-Emissionen betragen beim BAU-Szenario ca. 1 Mio Tonnen CO2-Emissionen, im EM+-Szenario steigt das Einsparungspotenzial auf etwa 1,2 Millionen Tonnen. Die Analyse ergab auch, dass insbesondere Frauen im städtischen Umfeld und Carsharing-NutzerInnen die größte Affinität für diese Technologie zeigen.

Schlussfolgerungen

 

Elektrofahrzeuge ist derzeit technologisch die aussichtsreichste Option, Energieverbrauch und CO2-Emissionen im Straßenverkehr nachhaltig zu reduzieren und eine kohlendioxid-freie individuelle Mobilität zu erreichen. Nachhaltig ist Elektromobilität insbesondere dann, wenn der Strom aus Erneuerbarer Energie gewonnen wird. Darüber hinaus birgt diese Technologie ein hohes Potenzial, Luftschadstoffemissionen und Lärm zu reduzieren. Insgesamt kann über Regulierungsmaßnahmen und Preissignale Angebot und Einsatz effizienter Technologien forciert werden.

 

Weitere Informationen:

Inge Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04-5413