Transformation! Energie für den Wandel

© Umweltbundesamt Ulrich Brand

So viele spannende und innovative Intitiativen es gibt – um dem Dilemma der Wachstumsökonomie zu entgehen, braucht es Lösungen, die glokal – sowohl global als auch lokal – angepackt werden, meint Ulrich Brand von der Universität Wien. Es brauche Nischen und Experimente für eine bessere solidarische Gesellschaft, es brauche aber auch den politischen Mut, die Entwicklungsrichtung der Gesellschaft zu hinterfragen und eine Debatte über ein breiteres Verständnis von Wohlstand zu führen. Brand wünscht sich einen Systemwandel für die ganze Gesellschaft, der im Kleinen beginnen kann, aber letztlich für alle spürbar wird.

Beispiele aus der Praxis der Transformation

 

PraktikerInnen berichteten beim Science Event von Initiativen für neue Konsum- und Organisationsmuster, von der essbaren Gemeinde bis zur Zeitbank. Gerd Wessling, Mitgründer der Transition Town Bewegung in Bielefeld, berichtete von erfolgreichen Repair Cafes und Gemeinschaftsgärten, die in intensiver Gruppenarbeit engagierter Einzelpersonen entstanden sind und sich großer Beliebtheit erfreuen. Er unterstützt als Transition Trainer Kommunen und Einzelpersonen dabei, Visionen für eine positive Zukunft zu entwickeln. Eine klare Vision hat auch Tobias Plettenbacher vom Verein Wir gemeinsam. Er baut mit seinem soziokratischen Verein eine Zeitbank auf, in der mit Zeit statt mit Geld bezahlt wird. Er meint: „Wir brauchen ein System, das die Energie des Wandels nicht aus Druck und Zwang erbringt sondern aus Freude.“

 

Handlungsfelder für die Politik

© Umweltbundesamt Katharina Umpfenbach

Katharina Umpfenbach vom Ecologic Institut Berlin untersuchte im Auftrag der Europäischen Kommission, welche Gestaltungsmöglichkeiten die Politik hat und welche Anreize sie setzen kann, um Menschen zu einem nachhaltigeren und ressourceneffizienteren Lebensstil zu motivieren. Ihr Erkenntnis: Die Politik ist gefordert, durch ökologisch ehrliche Preise Kostenwahrheit zu schaffen, nachhaltige Praktiken konsequent und kohärent zu fördern und nicht nachhaltige Praktiken zu erschweren. Welchen Genuss nachhaltige Praktiken bereiten können, macht Sandra Peham vom Verein PermaVitae nutzbar und erlebbar. Sie hat sich zum Ziel gestetzt, öffentliche Flächen in Gemeinschaftsgärten umzuwandeln, von denen NutzerInnen wie AnrainerInnen profitieren. Gelungen ist das bereits in der „essbaren Gemeinde“ Übelbach oder bei einem 700 m2 großen Firmengarten in Peggau, der von MitarbeiterInnen und AnrainerInnen gemeinsam genutzt wird.

Ein Beispiel für systemverändernde Initativen lieferte Georg Schön, von der gemeinnützigen GmbH Ashoka. Er unterstützt systemverändernde Unternehmen in Österreich, wie das Offene Technologielabor Otelo, druch systematische Beratung dabei, ihre Wirkung zu vergrößern und Partner für die Umsetzung neuer Ideen zu finden.

Weitere Informationen:

Petra Kestler, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/31304-5432

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