Europaweit gemeinsam gegen Plastik in der Umwelt

Österreichische Pilotstudie online

© BMLFUW/N. Unger

Alpbach/Wien, 31. August 2015 – Anlässlich eines bilateralen Gesprächs im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach übergaben Umweltminister Andrä Rupprechter und Umweltbundesamt-Geschäftsführer Georg Rebernig die Pilotstudie zu Untersuchungen von Plastik in der Donau an die luxemburgische Umweltministerin Carole Dieschbourg, die derzeitige Ratsvorsitzende im europäischen Umweltministerrat. „Plastik und Mikroplastik gehören nicht in die Umwelt. Vor allem in Meeren und Gewässern sind Kunststoff-Rückstände und Mikroplastikpartikel ein Problem, auf das wir europaweit gemeinsam aktiv reagieren müssen“, betonte Bundesminister Andrä Rupprechter. "Diese Studie ist einzigartig und liefert eine gute Basis für weitere Schritte in Europa.“

Durch unsachgemäße Verwendung und Entsorgung wie auch durch Nutzung und Hantieren mit Produkten gelangen nach Schätzungen jährlich Millionen Tonnen Plastik in die Meere. Über 80 Prozent davon gelangen über die Flüsse dorthin. Wenn es um die Identifizierung der Verschmutzungsquellen, um einheitliche Messmethoden und um europaweit vergleichbare Daten geht, ist ein EU-weites Vorgehen gefordert. Untersuchungen, wie sie das Umweltbundesamt in der Donau durchgeführt hat, sind Pionierarbeiten und bisher noch die Ausnahme in Europa. „Die Zahl der Untersuchungen steigt, bislang sind die Daten allerdings schwer vergleichbar. Das Bewusstsein, dass wir handeln müssen, wächst – umso wichtiger ist eine europaweit koordinierte Vorgehensweise zur drastischen Reduktion von Plastik in der Umwelt“, erklärt Georg Rebernig, Geschäftsführer des Umweltbundesamtes.

 

Erst im Mai 2015 haben auf Initiative des BMLFUW VertreterInnen der Industrie, des Netzwerks der europäischen Umweltagenturen, der EU-Kommission und von NGOs bei einer Konferenz in Brüssel konkrete Schritte zur Vermeidung von Plastik-Verschmutzung diskutiert. Effiziente Minderungs- und Vermeidungsmaßnahmen sind vor allem an der Quelle anzusetzen. Bis Ende 2015 haben einige Hersteller den freiwilligen Ausstieg aus der Verwendung von Mikroplastik in ihren Produkten angekündigt. Mit der Verabschiedung der „Plastiksackerl-Richtlinie“ wurde im Frühjahr 2015 ein wichtiger Schritt zur europaweiten Eindämmung gesetzt. Und auch vom zukünftigen Paket zur Kreislaufwirtschaft, das Ende 2015 von der EU-Kommission vorgelegt werden soll, werden wichtige Impulse erwartet, um u.a. den Lebenszyklus von Kunststoffen und das Recycling zu optimieren. Noch im September steht das Treffen des Netzwerks der europäischen Umweltagenturen ganz im Zeichen der Vermeidung von Plastik und der verstärkten europäischen Zusammenarbeit.

© IWHW/BOKU

Pilotstudie an der Donau

 

In der österreichischen Studie, die  unter der Leitung des Umweltbundesamtes, gemeinsam mit BOKU und ViaDonau im Auftrag des BMLFUW und der Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und Wien durchgeführt wurde, wurden neue Maßstäbe gesetzt. Sie ist europaweit die erste Studie, bei der die Probensammlung systematisch quer über Breite und Tiefe eines Flusses erfolgte und damit erstmals eine realistische Frachtabschätzung ermöglicht. Dafür musste von der Universität für Bodenkultur eine geeignete und wiederholbare Methodik entwickelt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass jährlich bis zu ca. 40 Tonnen Plastik via Donau über die österreichische Grenze transportiert werden. Der Großteil davon stammt aus diffusen Quellen. Die umfassende Donau-Studie steht nun als Download zur Verfügung.

Das Umweltbundesamt in Kürze

 

Das Umweltbundesamt, Österreichs führende ExpertInnen-Einrichtung für Umweltthemen, feiert im Jahr 2015 sein 30jähriges Bestehen. Mit über 450 MitarbeiterInnen aus 55 wissenschaftlichen Disziplinen zählt es heute zu den größten Arbeitgebern Österreichs im Umweltbereich. In seiner 30jährigen Geschichte hat das Unternehmen mit seiner Expertise Umweltschutz und -kontrolle in Österreich und Europa entscheidend mitgestaltet. Das Umweltbundesamt entwickelt Strategien und Lösungen für EntscheidungsträgerInnen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft um Herausforderungen wie dem Klimawandel, der Ressourcenknappheit oder der Energiewende zu begegnen. International ist das Umweltbundesamt in über 200 Netzwerken und Gremien aktiv und berät unter anderem das Europäische Parlament und die EU-Kommission.

 

Weitere Informationen:
Ingeborg Zechmann, Pressesprecherin Umweltbundesamt, Tel.: 01/31304-5413