Hohe Temperaturen und hohe Ozonkonzentrationen

Ozonbilanz 2015

© Symbolbild

Wien, 2. September 2015 – Mit den hohen Temperaturen traten im Juli und August 2015 in Österreich auch hohe Ozonkonzentrationen auf. Die Messungen der Bundesländer und des Umweltbundesamts zeigen: Die Informationsschwelle (180 µg/m³ als Einstundenmittelwert) wurde an 19 Tagen überschritten; betroffen waren insgesamt 47 Messstellen. Die meisten Überschreitungen wurden in Nordostösterreich (Wien, Niederösterreich und Nordburgenland) beobachtet, von einzelnen Überschreitungen waren aber auch Südostösterreich, Oberösterreich, das nördliche Salzburg, Nordtirol und Vorarlberg betroffen. Die Alarmschwelle für Ozon (240 µg/m³ als Einstundenmittelwert) wurde am 7. Juli an den Messstellen Klosterneuburg, Tulln und Wien Hermannskogel überschritten. Der Höchstwert lag bei 260 µg/m³ an der Station Wien Hermannskogel.

 

Im Vergleich zu den letzten Jahren war die Ozonbelastung im Sommer 2015 überdurchschnittlich hoch. Ursache dafür waren mehrere Hitzeperioden mit lang anhaltenden Hochdruckwetterlagen. „Nach mehreren Sommern mit moderater Belastung hatte Ozon im Sommer 2015 durch die hohen Temperaturen wieder Saison“, zieht Umweltbundesamt-Experte Jürgen Schneider Bilanz. „Da wir aufgrund des Klimawandels mit einer Zunahme von Hitzeperioden rechnen müssen, ist es dringend notwendig, die Ozonvorläufersubstanzen weiter zu reduzieren und die Langzeitbelastung zu senken.“

Trends

 

In den letzten 25 Jahren nahm die Spitzenbelastung (maximale Einstundenmittelwerte) in Österreich und in weiten Teilen Europas durch den Rückgang der Emissionen von Ozonvorläufersubstanzen (Stickstoffoxide/NOx und flüchtige organische Verbindungen/VOC) statistisch signifikant ab. Im Gegensatz dazu stieg die Langzeitbelastung (Jahresmittelwerte) im selben Zeitraum an den meisten Messstellen in Österreich. Zurückzuführen ist dieser Trend vor allem auf wärmere Winter. Europaweit ist zu beobachten, dass die mittlere Ozonbelastung im Sommer tendenziell sinkt, im Winter und Frühling jedoch ansteigt.

 

Wirkung von Ozon auf Umwelt und Gesundheit

 

Ozon verursacht gesundheitliche Probleme und schädigt die Vegetation. Deshalb sind für die Belastung im österreichischen Ozongesetz Zielwerte festgelegt. Von 2012-2014 wurden diese Zielwerte an mehr als einem Viertel der österreichischen Ozonmessstellen überschritten. Studien - unter anderem der Weltgesundheitsorganisation (WHO) - zeigen, dass negative Folgen für die Gesundheit auch bei Belastungen unter den festgelegten Zielwerten auftreten können.
Um die Ozonbelastung wirkungsvoll abzusenken, werden auf europäischer Ebene weitergehende Emissionsreduktionen der Ozonvorläufersubstanzen geplant. Auch die WHO überarbeitet derzeit ihre Richtwerte für Ozon.

Aktueller Ozonbericht auf www.umweltbundesamt.at

 

Das Umweltbundesamt bietet auf www.umweltbundesamt.at/ozonbericht mit der Ozonkarte einen Überblick über die aktuelle Belastungssituation in ganz Österreich.

Zusätzlich können die stündlich aktualisierten Messwerte der einzelnen Messstellen und die Anzahl der seit 1. Jänner 2015 aufgetretenen Überschreitungen der Ozon-Schwellenwerte auf http://www.umweltbundesamt.at/ueberschreitungen abgerufen werden.

 

Das Umweltbundesamt in Kürze

 

Das Umweltbundesamt, Österreichs führende ExpertInnen-Einrichtung für Umweltthemen, feiert im Jahr 2015 sein 30jähriges Bestehen. Mit über 450 MitarbeiterInnen aus 55 wissenschaftlichen Disziplinen zählt es heute zu den größten Arbeitgebern Österreichs im Umweltbereich. In seiner 30jährigen Geschichte hat das Unternehmen mit seiner Expertise Umweltschutz und -kontrolle in Österreich und Europa entscheidend mitgestaltet. Das Umweltbundesamt entwickelt Strategien und Lösungen für EntscheidungsträgerInnen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft um Herausforderungen wie dem Klimawandel, der Ressourcenknappheit oder der Energiewende zu begegnen. International ist das Umweltbundesamt in über 200 Netzwerken und Gremien aktiv und berät unter anderem das Europäische Parlament und die EU-Kommission. 

 

Weitere Informationen:
Petra Kestler, Pressestelle Umweltbundesamt, 01/313 04-5432