Emissionstrends 1990-2013

Die Österreichische Luftschadstoff-Inventur im Überblick

© Andrea Bulfon

Wien, 23. September 2015 – Im Trendbericht gibt das Umweltbundesamt einen Überblick über die Entwicklung der Luftschadstoffemissionen in Österreich und deren Verursacher. Die Emissionsdaten der Ozonvorläufersubstanzen, versauernd und eutrophierend wirkenden Luftschadstoffe, Schwermetalle, persistenten organischen Schadstoffe (POPs) sowie von Staub und Treibhausgasen werden analysiert und Umweltzielen gegenübergestellt.

Grundlage für diesen Bericht sind die aktuellen Ergebnisse der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur (OLI), die jährlich vom Umweltbundesamt erstellt wird. Der aktuelle Bericht umfasst die Emissionen der Jahre 1990 bis 2013.

 

Schwefeldioxid, NMVOC und Stickoxide

 

Der maximale Ausstoß von Schwefeldioxid (SO2), Stickoxiden (NOx), Ammoniak (NH3) und organischen Verbindungen ohne Methan (NMVOC) ist in allen EU Mitgliedstaaten seit 2010 verbindlich limitiert. Seit 1990 konnten diese um bis zu 77% reduziert werden. Bei SO2 und NMVOC werden die Höchstmengen im Jahr 2013 unterschritten, bei NH3 eingehalten. Anders bei den Stickoxiden (NOx), für die im Jahr 2013 ein Ausstoß von rund 136.000 Tonnen berechnet wurde. Die NOx-Emissionen liegen trotz sinkendem Trend deutlich über dem rechtlich zulässigen Höchstwert. Hauptursache für diese Emissionsüberschreitungen ist der Straßenverkehr, insbesondere die hohen Emissionen von Diesel betriebenen Kfz.

Staub, Schwermetalle und POPs

 

Die Staubemissionen (Total Suspended Particles, TSP) konnten von1990 bis 2013 um 8,0 % reduziert werden. Im Jahr 2013 lagen sie bei 56.600 Tonnen. 33.000 Tonnen davon wurden als Feinstaub (PM10) emittiert und 18.200 Tonnen in Form von Feinststaub (PM2,5). Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Staubemissionen in allen wesentlichen Verursachersektoren (Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und Kleinverbrauch) geringfügig. Im Sektor Verkehr gehen die Emissionen durch technologische Verbesserungen bei der Abgasnachbehandlung seit 2004 zurück.

 

Die Schwermetallemissionen gingen seit dem Jahr 1990 um bis zu 93% zurück. Verantwortlich dafür sind Emissionsminderungsmaßnahmen wie die Rauchgasreinigung und der verringerte Einsatz von Kohle, Koks und schwerem Heizöl. Auch das das Verbot von bleihaltigem Benzin trug entscheidend zu diesem starken Rückgang bei. Bei den Persistenten Organischen Schadstoffen (POPs) reduzierten sich die Emissionen der Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAKs) gegenüber 1990 um 56 %, jene der Dioxine und Furane um 77 % und jene von Hexachlorbenzol um 55 %. Am stärksten konnten die POPs-Emissionen in den 1990er Jahren, u.a. durch Beschränkungen und Verbote, verringert werden. Seither schwanken die Emissionen nur verhältnismäßig leicht.

Quelle: Österreichische Luftschadstoff-Inventur (OLI)

 

Der Trendbericht basiert auf Daten der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur, die das Umweltbundesamt jährlich erstellt. Darin werden die Emissionen aller Luftschadstoffe, die einer gesetzlichen Regelung unterliegen (National Emission Ceilings, 2001/81/EG, national umgesetzt im Emissionshöchstmengengesetz-Luft, EG-L; BGBl. I Nr. 34/2003), entsprechend internationaler Vorgaben berechnet und dokumentiert. Die erhobenen Daten dienen als Grundlage für die offiziellen Berichte an die Europäische Union und für die Entwicklung von Maßnahmen in Österreich und Europa.

 

Das Umweltbundesamt in Kürze

 

Das Umweltbundesamt, Österreichs führende ExpertInnen-Einrichtung für Umweltthemen, feiert im Jahr 2015 sein 30jähriges Bestehen. Mit über 450 MitarbeiterInnen aus 55 wissenschaftlichen Disziplinen zählt es heute zu den größten Arbeitgebern Österreichs im Umweltbereich. In seiner 30jährigen Geschichte hat das Unternehmen mit seiner Expertise Umweltschutz und -kontrolle in Österreich und Europa entscheidend mitgestaltet. Das Umweltbundesamt entwickelt Strategien und Lösungen für EntscheidungsträgerInnen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft um Herausforderungen wie dem Klimawandel, der Ressourcenknappheit oder der Energiewende zu begegnen. International ist das Umweltbundesamt in über 200 Netzwerken und Gremien aktiv und berät unter anderem das Europäische Parlament und die EU-Kommission.

 

Weitere Informationen:

Inge Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04-5413