Umweltbundesamt stärkt Naturschutz in Kroatien

Österreichische ExpertInnen-Einrichtung und kroatische Partner verbessern Naturverträglichkeitsprüfung

© Fotostudio Wilke

Wien, 23. November 2015 – Das Umweltbundesamt und die kroatische Umweltagentur arbeiten seit Juni 2015 intensiv an der Umsetzung der Naturverträglichkeitsprüfung gemäß europäischer Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) in Kroatien. Beim offiziellen Abschluss dieser Zusammenarbeit am 24. November 2015 in Zagreb präsentieren hochrangige VertreterInnen der beiden Partnerinstitutionen die Ergebnisse der vergangenen sechs Monate. “Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Umweltbundesamt und kroatischen Behörden trug schon in den letzten Jahren entscheidend dazu bei, den Umweltschutz in unserem Partnerland zu verbessern”, erklärt Georg Rebernig, Geschäftsführer im Umweltbundesamt. “Mit dem aktuellen Projekt bereitet sich Kroatien auf eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft vor, dem Schutz der biologischen Vielfalt.”

 

Die FFH-Richtlinie zielt darauf ab, einen günstigen Erhaltungszustand von Lebensräumen und Arten von europäischem Interesse sicherzustellen. Pläne oder Projekte, die Natura 2000-Gebiete schädigen könnten, müssen auf ihre Auswirkungen auf diese Gebiete überprüft werden. Im abgeschlossenen Projekt wurde gemeinsam mit den kroatischen BehördenvertreterInnen ein Leitfaden zur Umsetzung der Naturverträglichkeitsprüfung der FFH-Richtlinie erarbeitet. Anhand von drei Projekttypen (Kleinwasserkraftwerke, flussbauliche Maßnahmen und Verkehrsinfrastruktur) wurde ein Überblick über Maßnahmen erstellt, die helfen können, negative Auswirkungen von Plänen und Projekten auf Natura 2000-Gebiete zu vermeiden. In Trainings und Workshops vermittelten ExpertInnen aus Österreich, Deutschland und Tschechien den kroatischen Naturschutzbehörden den europäischen Stand der Technik bei der Naturverträglichkeitsprüfung und diskutierten Best Practice Beispiele.

Perspektiven für Südosteuropa und mehr: 112 Projekte, 27 Länder

 

Das Umweltbundesamt ist die führende österreichische ExpertInnen-Einrichtung für alle Umweltthemen und -medien und mit mehr als 100 Projekten in 27 Ländern in Ost-, Südosteuropa und in den Mittelmeer-Staaten bewährter Projektpartner. Das Unternehmen baut national und international Brücken zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und entwickelt Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft in Österreich, Europa und darüber hinaus. Durch Verwaltungspartnerschaften – so genannte Twinnings – unterstützt das Umweltbundesamt seit 1999 die mittel- und südosteuropäischen Behörden in wesentlichen Umweltfragen beim Institutionsaufbau und bei der Umsetzung des EU-Rechts; die finanziellen Mittel dafür kommen von der EU.

 

Das Umweltbundesamt in Kürze

 

Das Umweltbundesamt, Österreichs führende ExpertInnen-Einrichtung für Umweltthemen, feiert im Jahr 2015 sein 30jähriges Bestehen. Mit über 450 MitarbeiterInnen aus 55 wissenschaftlichen Disziplinen zählt es heute zu den größten Arbeitgebern Österreichs im Umweltbereich. In seiner 30jährigen Geschichte hat das Unternehmen mit seiner Expertise Umweltschutz und -kontrolle in Österreich und Europa entscheidend mitgestaltet. Das Umweltbundesamt entwickelt Strategien und Lösungen für EntscheidungsträgerInnen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft um Herausforderungen wie dem Klimawandel, der Ressourcenknappheit oder der Energiewende zu begegnen. International ist das Umweltbundesamt in über 200 Netzwerken und Gremien aktiv und berät unter anderem das Europäische Parlament und die EU-Kommission.

 

Weitere Informationen:
Petra Kestler, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: +43-(0)1-313 04-5432