Umsetzung der österreichischen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Witterungsunabhängige Tourismusangebote in Österreich

Der Klimawandel bringt Risiken und Chancen für den Tourismus mit sich. Die verstärkte Entwicklung von witterungsunabhängigen Angeboten ist eine wichtige Anpassungsstrategie. Als witterungsunabhängig definieren die ExpertInnen jene touristischen Angebote, die mindestens acht Monate im Jahr verfügbar sind, einen lokalen Bezug haben und eine breite Zielgruppe ansprechen. Insgesamt wurden in der Studie 236 witterungsunabhängige Angebote von 118 verschiedenen Anbietern erfasst, die meisten davon in der Steiermark, in Niederösterreich und im Burgenland. Die Diskussion mit VertreterInnen der Österreichischen Hoteliervereinigung zeigte, dass eine Angebotsgestaltung in Richtung Ganzjahrestourismus nur gelingen kann, wenn Kriterien wie Authentizität und Erlebnisinszenierung erfüllt sind. Auch die Kooperation mit regionalen PartnerInnen ist ein wesentlicher Faktor.

Permafrost-Monitoring zur Prävention von Naturgefahren

Rund 2,5% der Fläche Österreichs sind Permafrostgebiete mit ganzjährig gefrorenem Untergrund. 23 Schigebiete, 31 Speicherseen und 42 alpine Schutzhütten sind von Permafrost beeinflusst, d.h. die Stabilität und die Sicherheit baulicher Konstruktionen wie Dämme, Seilbahnen und Häuser sind durch steigende Temperaturen und dem damit verbundenen Auftauen der Böden gefährdet. In Österreich gibt es bislang kein flächendeckendes, koordiniertes und institutionalisiertes Messnetz zur Beobachtung dieser Phänomene. Dies erschwert das wissenschaftliche Verständnis der zugrundeliegenden Prozesse. Die Etablierung eines flächendeckenden Monitorings und die Errichtung weiterer Messstandorte sind daher für die ExpertInnen sinnvolle Maßnahmen. Für die Einrichtung ist eine Mindestinvestition von rund 1.5 Mio. € erforderlich. Potentielle Geldgeber könnten – nach Schweizer Vorbild – Partner aus Wirtschaft und Forschung (öffentliche Hand) sein.

Das Forschungsprogramm StartClim

StartClim wurde im Jahr 2003 auf Initiative von WissenschafterInnen und vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft mit dem Ziel gegründet, die Folgen des Klimawandels zu untersuchen und Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln. In bisher 86 Projekten mit einer Laufzeit von etwa zehn Monaten wurden von über 100 österreichischen WissenschafterInnen Klimafolgen untersucht. StartClim ist als flexibles Instrument gestaltet, um aktuelle Themen rund um den Bereich Klimawandel rasch aufgreifen zu können. Das Programm wird wissenschaftlich von Univ.-Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb vom Institut für Meteorologie der Universität für Bodenkultur Wien geleitet und vom Umweltbundesamt administrativ betreut. Die im Jahr 2014 durchgeführten StartClim-Projekte wurden von BMLFUW, BMWFW, den österreichische Bundesforsten und dem Land Oberösterreich finanziert.