Carbon Footprint für die Frutura Thermal-Gemüsewelt

© Werner Krug Dr. Gerhard Drexel (Spar), Mag. Georg Rebernig (Umweltbundesamt) Manfred Hohensinner (Frutura), Mag. Christoph Holzer (Spar)

(Bad Blumau, 3. Mai 2016) Die Fa. Frutura, ein steirischer Obst- und Gemüseproduzent und –vermarkter, hat ein in Österreich einzigartiges Fruchtgemüseprojekt realisiert: Die Frutura Thermal-Gemüsewelt, in der Tomaten, Paprika und zukünftig auch Gurken mit Energie aus natürlicher Geothermie angebaut werden, ist am 3. Mai 2016 offiziell eröffnet worden. Das reichlich vorhandene Thermalwasser des steirischen Thermenlandes wird genutzt, um den Energiebedarf der Glashäuser umweltschonend zu decken. Das Thermalwasser wird nach der Nutzung wieder zurückgeführt, so dass kein Thermalwasser verbraucht wird. Die Klimafreundlichkeit der Gemüseproduktion, insbesondere die Einsparung an Treibhausgas-Emissionen, hat das Umweltbundesamt in Form des Carbon Footprints ermittelt.

 

Dieses innovative und in Österreich einzigartige landwirtschaftliche Projekt wird ab Ende Juni 1.200 Tonnen Bio-Tomaten und Bio-Gurken exklusiv für „SPAR Natur*pur“, die Bio-Marke von SPAR, liefern. Bei SPAR freut man sich über die Tatsache, dass damit Fruchtgemüse-Importe deutlich reduziert werden können und noch mehr heimisches Gemüse zur Verfügung steht. 

 

Umweltbundesamt bestätigt Klimafreundlichkeit

An dieses zukunftweisende Projekt wurden von der Fa. Frutura hohe Umweltansprüche gestellt, zumal es auch Intention der EU ist, mittel- und langfristig den Einsatz von fossilen Brennstoffen stark zu reduzieren. Das Umweltbundesamt hat dazu den Carbon Footprint der Frutura Thermal-Gemüsewelt berechnet. Es wurden systematisch alle direkt und indirekt verursachten Treibhausgas-Emissionen erfasst, und zwar für die Errichtung und den Betrieb der Frutura Thermal-Gemüsewelt. Sämtliche Baumaterialen bis hin zum Pflanzgut, Düngemittel und Betriebsmittel wie Kisten, Handschuhe etc. wurden bewertet.

Die Geothermie ist hinsichtlich der Treibhausgas-Emissionen besonders günstig für die Wärmenutzung. Durch die Nutzung des Thermalwassers für das Beheizen der Gewächshäuser können in der Frutura Thermal-Gemüsewelt im Endausbau über 28.000 Tonnen CO2 pro Jahr im Vergleich zu Erdgas beheizten Gewächshäusern eingespart werden.

„Unsere Berechnungen zeigen, wie klimafreundlich diese Form der Gemüseproduktion ist. Um die Klimaziele bis zur Jahrhundert-Mitte zu erreichen, müssen wir auf fossile Energieträger weitgehend verzichten und schon heute die entsprechenden Investitionen tätigen. Dafür sind Mut und Weitblick erforderlich. Die Frutura Thermal-Gemüsewelt ist hierfür ein Vorzeigebeispiel. Das Projekt wird sich langfristig rechnen, ökologisch und ökonomisch“, betont Georg Rebernig, Geschäftsführer im Umweltbundesamt.

Die Gewächshäuser werden mit Ökostrom, der nach der österreichischen Umweltzeichen-Richtlinie 46 zertifiziert ist, versorgt. Gleichzeitig wird auf den Freiflächen Humusaufbau betrieben, um große Mengen an CO2 zu kompensieren. Außerdem wurde in modernste Technik für eine ressourcenschonende Produktion investiert: neueste Glastechnik (diffuses Glas) mit Beschattungssystem und Energieschirm, modernste Heizungs-, Be- und Entlüftungssysteme für ein konstantes Mikroklima in den Gewächshäusern, modernste Steuerungs- und Regelungstechnik für geringstmöglichen und bedarfsgerechten Ressourcen- und Düngemittelverbrauch. Die Gewächshäuser bieten auch für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen optimale Arbeitsbedingungen durch ergonomische Arbeitsabläufe

 

Umweltschonende Technologie

Eine eigene Geothermiebohrung bringt das bis zu 125°C heiße Wasser zutage. Es liefert nachhaltig Wärme, damit das Fruchtgemüse ganzjährig heranwachsen kann, völlig ohne  Verbrauch von fossilen Brennstoffen. Das Thermalwasser wird nach der Nutzung wieder über eine 2. Bohrung in 3.000 m Tiefe zurückgeführt, so dass kein Thermalwasser verbraucht wird.  

Durch die Wärme des Thermalwassers kann das Fruchtgemüse insbesondere auch in den „kalten“ Monaten Oktober bis Mai erzeugt werden. Zu dieser Zeit werden Tomaten und Paprika vor allem aus Südeuropa sowie dem Nahen Osten importiert. In Österreich wird dieses Fruchtgemüse zu dieser Jahreszeit nur im geringen Ausmaß unter geschützten Bedingungen angebaut.

 

Kurzer Transport, vollreife Ernte

Derzeit werden z.B. Tomaten in der kalten Jahreszeit bis zu 1.500 km mit dem LKW nach Österreich transportiert. Diese Wegstrecke fällt zukünftig durch das Frutura Thermal-Gemüsewelt-Projekt weg. Durch diese mit Thermalwasser beheizten Bio-Gewächshäuser spart die Fa. Frutura jährlich über 110.000 an LKW-Kilometern ein. Wesentlich ist aber auch, dass durch den Wegfall der langen Transportzeiten nach Österreich das Fruchtgemüse länger auf der Pflanze heranreifen und vollreif geerntet werden kann. Somit kommt das Fruchtgemüse speziell im Herbst, Winter und Frühling für die österreichischen Konsumenten und Konsumentinnen frischer und geschmackvoller auf den Markt.  

 

Kontakt

Sabine Enzinger, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel 01/31304-5488

Franz Kneissl, Pressestelle Frutura, Tel (0) 3334 / 41 800-56