Aktionspläne für Wasserressourcen-Management in EU-Nachbarstaaten

Erster Meilenstein im grenzüberschreitenden Wasserprojekt von Umweltbundesamt und Partnern

© Umweltbundesamt Eric Tardieu (links) und Georg Rebernig

Wien, 16. Mai 2017 – Das Projekt European Union Water Initiative Plus (EUWI+) hat das Ziel, den Gewässerschutz in den östlichen Staaten der Europäischen Nachbarschaftspolitik zu verbessern. Koordiniert und unterstützt werden die Länder dabei von einem europäischen Konsortium, an dessen Spitze das Umweltbundesamt steht. Beim ersten Treffen der Projektsteuerungsgruppe von 15.-16. Mai kamen VertreterInnen der Europäischen Kommission, Delegationen der sechs östlichen Partnerländer und VertreterInnen des Konsortiums in Brüssel zusammen, darunter Eric Tardieu, Generaldirektor des französischen Office International de’l Eau, ExpertInnen aus dem österreichischen und dem französischen Umweltministerium. Georg Rebernig, Geschäftsführer des Umweltbundesamtes, erklärte anlässlich des Treffens: „Der Zugang zu sauberem Wasser und die ökologische Funktionstüchtigkeit der Gewässer sind elementar für eine nachhaltige Entwicklung in diesen Ländern. Wir unterstützen sie mit der Erfahrung aus über 110 Länderpartnerschaften dabei, ihre Kapazitäten für den sorgsamen Umgang mit dieser kostbaren Ressource auszubauen.“

 

Im Mittelpunkt des Treffens in Brüssel stand die Verabschiedung der nationalen Aktionspläne für das Wasserressourcen-Management, die in den letzten Monaten erarbeitet wurden. Zentrale Themen waren die technische Unterstützung bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der Kapazitätsaufbau in der Verwaltung.

© Umweltbundesamt

European Water Initiative Plus: Wasserressourcen-Management in sechs Ländern

 

Im länderübergreifenden Projekt EUWI+ ist das Umweltbundesamt mit Partnern aus Frankreich und Kroatien in sechs weiteren Ländern aktiv: Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Weißrussland und in der Ukraine. Ziel ist, bis zum Jahr 2020 das Wasserressourcen-Management in den östlichen Staaten der Europäischen Nachbarschaftspolitik zu verbessern. Zu diesem Zweck werden Managementpläne für Flussgebiete und grenzüberschreitende Flüsse in Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Weißrussland und der Ukraine entwickelt und umgesetzt. Grundlage dafür sind die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Die europäischen ExpertInnen bauen gemeinsam mit ihren Partnern vor Ort Wassermonitoring-Systeme auf, die in Modellregionen erprobt werden. Damit die entwickelten Systeme und Pläne bestmöglich umgesetzt werden, sind Trainings für die verantwortlichen Personen und der Aufbau von Verwaltungsstrukturen in Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Weißrussland und der Ukraine geplant. Für das Projektkonsortium sind französische, kroatische und österreichische ExpertInnen, vorwiegend aus dem Umweltbundesamt, dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und der Austrian Development Agency, vor Ort im Einsatz.

 

Die Ukraine, Georgien und Moldawien sind durch Assoziierungsabkommen mit der EU zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet. Aserbaidschan, Armenien und Weißrussland verhandeln derzeit ein vertragliches Abkommen mit ähnlichen Verpflichtungen im Wasserbereich bzw. stehen kurz vor dessen Abschluss. In allen Partnerländern gab es bereits Vorprojekte, in denen Managementpläne für Pilotregionen entwickelt wurden. Diese Pläne werden nun im Zuge von EUWI+ umgesetzt. Darüber hinaus werden nationale Monitoringstrategien für Grundwasser und Oberflächengewässer erarbeitet und die dafür notwendige Infrastruktur ausgebaut.

Das Umweltbundesamt in Kürze

 

Das Umweltbundesamt berät Institutionen der Europäischen Union, neue und künftige EU-Mitgliedstaaten und Länder der EU-Nachbarschaftspolitik im Osten und im Mittelmeerraum beim Aufbau von Verwaltung und nationaler Gesetzgebung im Umweltbereich. Darüber hinaus ist die ExpertInnen-Organisation Partner in mehr als 200 nationalen, europäischen und internationalen Netzwerken, Gremien und Arbeitsgruppen und arbeitet mit internationalen Institutionen wie UNEP und OECD.

 

Weitere Informationen:

Petra Kestler, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04-5432