Emissionstrends 1990–2015

Die Österreichische Luftschadstoff-Inventur im Überblick

© Andrea Bulfon

Wien, 16. Oktober 2017 – Im Trendbericht gibt das Umweltbundesamt einen Überblick über die Entwicklung der Luftschadstoff-Emissionen in Österreich und deren Verursacher. Die Emissionsdaten der Ozonvorläufersubstanzen, versauernd und überdüngend wirkenden Luftschadstoffe, Schwermetalle, persistenten organischen Schadstoffe (POPs) sowie von Staub und Treibhausgasen werden analysiert und Umweltzielen gegenübergestellt.

 

Grundlage für diesen Bericht sind die aktuellen Ergebnisse der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur (OLI), die jährlich vom Umweltbundesamt erstellt wird. Der aktuelle Bericht umfasst die Emissionen der Jahre 1990 bis 2015.

Schwefeldioxid, NMVOC, NH3 und Stickoxide

 

Der maximale Ausstoß von Schwefeldioxid (SO2), Stickoxiden (NOx), Ammoniak (NH3) und organischen Verbindungen ohne Methan (NMVOC) ist in allen EU Mitgliedstaaten seit 2010 verbindlich limitiert. Im langjährigen Trend konnten diese Schadstoffe in Österreich um bis zu 80 % reduziert werden. Im Jahr 2015 wurden bei den Luftschadstoffen NMVOC und SO2 die Höchstmengen eingehalten. Ob die österreichischen Emissionsziele für NH3 und NOx erreicht wurden, wird derzeit von der Europäischen Kommission geprüft. Gemäß der überarbeiteten Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen (NEC-Richtlinie) können die Mitgliedstaaten in begründeten Fällen Flexibilitätsregelungen nutzen. Österreich nimmt dies in Anspruch. Beim Schadstoff NOx, der in hohem Ausmaß durch den Straßenverkehr verursacht wird, hat neben dem hohen Anteil an Diesel-Pkw in Österreich und der gestiegenen Fahrleistung insbesondere die mangelnde Wirksamkeit der EU-Abgasgesetzgebung für Kraftfahrzeuge dazu geführt, dass die Emissionen die Emissionshöchstmenge deutlich überschreiten.

Staub, Schwermetalle und POPs

 

Die Staub-Emissionen (Total Suspended Particulates, TSP) konnten von 1990 bis 2015 um 11 % reduziert werden. Im Jahr 2015 lagen diese bei 55.200 Tonnen. 31.300 Tonnen wurden als Feinstaub (PM10) emittiert und 16.600 Tonnen als Feinststaub (PM2,5). Ursachen für die Abnahme der Staub-Emissionen im langjährigen Trend sind Maßnahmen wie Partikelfilter bei Kfz, Erneuerung von Heizkesseln, die verstärkte Anbindung an das öffentliche Erdgas- und Fernwärmenetz und die Installation von Abgas- und Entstaubungsanlagen in der Industrie. Von 2014 auf 2015 verzeichnen die ExpertInnen witterungsbedingt einen leichten Anstieg bei allen Staub-Fraktionen.

 

Die Schwermetall-Emissionen (Kadmium, Blei und Quecksilber) gingen seit dem Jahr 1990 um bis zu 93 % zurück. Verantwortlich für diesen starken Rückgang sind das Verbot von bleihaltigem Benzin, Emissionsminderungsmaßnahmen wie die Rauchgasreinigung und der verringerte Einsatz von Kohle, Koks und schwerem Heizöl. Die Schwermetall-Emissionen unterliegen jährlichen Schwankungen. Der geringe Anstieg von 2014 auf 2015 von Kadmium- und Blei-Emissionen, wie auch der Rückgang der Quecksilber-Emissionen lassen sich auf die Entwicklung von Industrieproduktion, Energieversorgung und Kleinverbrauch zurückführen.

 

Bei den Persistenten Organischen Schadstoffen (POPs) sind die Emissionen der Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAKs) seit den 1990er-Jahren unter anderem durch Verbote und Beschränkungen um rd. zwei Drittel gesunken, jene der Dioxine und Furane um 79 %.

Österreichische Luftschadstoff-Inventur (OLI)

 

Der Trendbericht basiert auf Daten der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur, die das Umweltbundesamt jährlich erstellt. Die ExpertInnen berechnen und dokumentieren darin die Entwicklung aller Luftschadstoffe, über die gemäß gesetzlicher Regelungen und völkerrechtlich bindender Übereinkommen zu berichten ist. Die Daten dienen als Grundlage für die offiziellen Berichte an die Klimarahmenkonvention, die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa sowie die Europäische Union und für die Entwicklung von Maßnahmen in Österreich und Europa.

 

Weitere Informationen:

Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04-5413