25 Jahre Ökosystemmonitoring am Zöbelboden

Unter Beobachtung: Umweltveränderungen und Klimawandel

 

Stand zu Beginn des Monitorings am Zöbelboden in den 1990er Jahren der Kampf gegen das Waldsterben im Vordergrund, liegt der Fokus in den letzten Jahren zunehmend auf dem Einfluss des Klimawandels. Dafür werden die Trends von hunderten Umweltparametern erfasst. Der Schadstofftransport wird in Depositions- und Streusammlern aufgefangen. Regelmäßige Bodeninventuren im gesamten Projektgebiet ermöglichen, den Nährstoffzustand zu ermitteln und die Speicherung bzw. die Auswaschung von Schadstoffen zu untersuchen. Bodenwasser wird über so genannte Lysimeter mittels Vakuumpumpe aus dem Boden gesaugt und im Labor analysiert. Ein Messturm erfasst die klimatischen Bedingungen über den Baumwipfeln. Erst alle Messungen zusammen erlauben es, die Wirkungen von Luftschadstoffen in Ökosystemen zu beurteilen.

Knotenpunkt für nationale und internationale Umweltmonitoringnetze

 

Der Zöbelboden ist Teil des Programms zur „Umfassenden Beobachtung der Wirkung von Luftverschmutzung auf Ökosysteme“, kurz „Integrated Monitoring“ (ICP-IM) der Vereinten Nationen. Im „Integrated Monitoring“ wählen die teilnehmenden Staaten wichtige, sensible Naturräume (wie z.B. die Nördlichen Kalkalpen in Österreich) aus, um nationale Flächen zur Langzeitbeobachtung einzurichten. Der Zöbelboden ist der österreichische Beitrag zu diesem Netzwerk, das aus 45 Standorten in Europa besteht. Standorte wie dieser, die sehr gut ausgestattet sind und seit mehr als zehn Jahre betrieben werden, sind ein wesentliches Rückgrat dieses europäischen Netzwerkes.

 

Der Zöbelboden ist aber auch ein Knotenpunkt für viele nationale und internationale Umweltmonitoringnetze. Ein Beispiel dafür ist das Projekt LTER-CWN (Long-Term Ecosystem Research Infrastructure for Carbon, Water and Nitrogen) unter der Leitung des Forschungsverbundes Umwelt der Universität Wien. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes werden an sechs ökologisch sehr verschiedenen, gut ausgestatteten Messstandorten in Österreich die Auswirkungen von extremen Klimaereignissen auf den Wasser- und Stickstoffkreislauf gemessen. Mit Hilfe dieser Langzeitbeobachtungen wollen die WissenschafterInnen eine breite Datengrundlage zum besseren Verständnis von Veränderungen durch den Klimawandel schaffen.

 

Weitere Informationen:

Petra Kestler, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04-5432