Risikodialog feiert zehnten Geburtstag

Europaweit einzigartiges Modell in der Auseinandersetzung mit Risiken

© Umweltbundesamt/B.Gröger N. Mittenpergher/JUMP, G. Christiner/APG, A. Zilberszac/BMG, T. Jakl/BMLFUW, M. Kunerth/BMWFW, K. Kienzl/Umweltbundesamt, M. Bernhofer/Ö1, T. Vogel/KLIEN, J. Glößl/BOKU Wien

Wien, 13. Nov. 2017) Das zehnjährige Jubiläum am 9. November nahmen die Initiatoren Umweltbundesamt und Ö1 zum Anlass, um mit Weggefährten in der Galerie Ostlicht zu feiern. Der Risikodialog widmet sich mit seinen Partnern aus Wissenschaft, Experteneinrichtungen, Verwaltung, Wirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft gesellschaftspolitischen Zukunftsthemen und dem Umgang mit Risiken. Der Dialog ist dabei ein zentrales Instrument für die Entwicklung von Lösungsansätzen.

 

Die Vielfalt an Partnern und Unterstützern verdeutliche das Prinzip der Initiative, möglichst viele Bereiche der vorhandenen Expertise und repräsentative Wissensträger einzubeziehen. Damit schaffe der Risikodialog ein einzigartiges Panorama, so Martin Bernhofer, Leiter der Abteilung Wissenschaft, Bildung, Gesellschaft bei Ö1 in seiner Begrüßung. In der Kommunikation von Risiken, so Bernhofer weiter, seien Journalisten besonders gefordert. Man müsse einen Weg zwischen rationaler Zukunftsanalytik und Panikmache finden.

 

Karl Kienzl, stellvertretender Geschäftsführer im Umweltbundesamt erinnerte an die breite Palette an Themen, mit denen sich der Risikodialog beschäftigt, die über Umwelt-Fragen und nationale Grenzen hinausgehen und nannte den Klimawandel, den Verlust an Lebensräumen und die Ressourcenknappheit als zentrale Herausforderungen unserer Gesellschaft. Er betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Dialogen für eine angstfreie Auseinandersetzung mit Risiken. „Mit seinen unterschiedlichen Dialogformaten gibt der Risikodialog Information und Orientierung“, so Kienzl weiter.

 

Den Umgang mit dem Risiko Klimawandel in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen thematisierten zwei Gastrednerinnen bei der von Ö1 Redakteur Franz Zeller moderierten Feier.

 

Die Kulturwissenschafterin Eva Horn erörterte die Rolle der Literatur anhand von Katastrophenszenarien. Sie erinnerte daran, dass beim Großteil der Bevölkerung trotz umfassender Faktenlage der Klimawandel noch nicht in ihrer Wirklichkeit angekommen ist. Die Literatur könne diesen Lückenschluss leisten. Durch das Lesen werden affektive Bezüge durch das innere Erleben hergestellt. Fiktion müsse daher ernst genommen werden. Sie stelle eine reale Möglichkeit der Wirklichkeit dar, so Horn. Sie appellierte: „Wir müssen glauben, was wir schon wissen“.

 

Die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb erinnerte in ihrem Vortrag daran, dass in der Debatte über den Klimawandel zu wenig über die damit verbunden Chancen gesprochen werde. Zudem genüge es nicht, nur zu informieren. Es seien in erster Linie Dialoge zu führen – als Grundlage für Wissensaustausch und Verständnis. Dialoge werden für die Entwicklung von Maßnahmen und Lösungen benötigt.

 

In ihrem Schlusswort gaben die Initiatoren einen Ausblick auf die Themen mit denen sich der Risikodialog in Zukunft beschäftigen wird. Zu den Schwerpunkten des nächsten Jahres zählen die Bereiche Digitalisierung, Energiewende und Kreislaufwirtschaft.

 

Über den Risikodialog

Am 9. November feierte der Risikodialog sein zehnjähriges Bestehen. Der Risikodialog wurde auf Initiative von Umweltbundesamt und Radio Ö1 im November 2007 ins Leben gerufen. Seitdem beschäftigt er sich gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung mit Zukunftsfragen – von Klimawandel über Nanotechnologie und Energie, Bioökonomie, bis hin zu Themen wie Jugendpartizipation und Digitalisierung. Dazu werden in unterschiedlichen Dialogformaten die Perspektiven und Bedürfnisse der Beteiligten diskutiert. Dies dient als Grundlage für den Umgang mit Risiken. Die Partner im Risikodialog sind Austrian Power Grid, Borealis, das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, der Klima- und Energiefonds sowie die Universität für Bodenkultur Wien.

 

Kontakt

Sabine Enzinger, Pressestelle Umweltbundesamt/Risikodialog, T 01/31304-5488, E sabine.enzinger@umweltbundesamt.at; www.risikodialog.at