Arbeitshilfe für die Sanierung von Mineralölkontaminationen

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Wien, 21. November 2017 – Das Umweltbundesamt bietet in seiner neuen Publikation einen Überblick über Methoden und Verfahren für das Erkunden, Beurteilen und Sanieren mineralölkontaminierter Standorte. Sie richtet sich in erster Linie an BehördenvertreterInnen, Ingenieure und IngenieurInnen, Sachverständige und GutachterInnen, die mit der Bearbeitung dieser Standorte betraut sind. Von einer Mineralölkontamination können einerseits  Gewerbe- und Industriestandorte betroffen sein, die Mineralölprodukte im Betrieb einsetzen, anderseits auch Hersteller und Verteiler wie Raffinerien, Tankstellen oder Mineralöllager.

 

Abläufe Schritt für Schritt erklärt

 

Die ExpertInnen des Umweltbundesamtes beschreiben in der Arbeitshilfe den gesamten Bearbeitungsprozess, vom Erheben der historischen Nutzung des Standorts und der Standortverhältnisse bis zum Abschluss von Sanierungsmaßnahmen. Kern der Publikation ist die Schilderung der Probenahme und Analyse von Luft-, Boden- bzw. Feststoff- und (Grund-)Wasser-Proben sowie der Auswertung und Beurteilung der Untersuchungsergebnisse. Beschrieben werden thermische, hydraulische, pneumatische, biologische und chemische Verfahren zum Entfernen der Verunreinigung und ihre Anwendungsgrenzen. Ergänzend werden in einem eigenen Kapitel Sofortmaßnahmen beschrieben, die bei akuten Schadensfällen verhindern, dass noch mehr Mineralöl austritt und sich in Boden und Grundwasser ausbreitet. Das Kapitel gründet auf den Erfahrungen aus der Praxis der Ölalarmdienste der Landesregierungen, die diese Maßnahmen in ihrer Arbeit anwenden.

 

Als wichtige Entscheidungshilfe dafür, welche Methoden und Verfahren sich für den konkreten Standort eignen, dient das Standortmodell. Es hilft, Informationen über die Belastung des Standorts von allen beteiligten ExpertInnen zusammenzuführen und gemeinsam die weitere Vorgangsweise festzulegen.

 

Mineralölprodukte wie Benzin, Diesel, Schmieröl oder Lösungsmittel können z.B. durch Unfälle, Leckagen oder unsachgemäße Lagerung in die Umwelt gelangen. Aufgrund ihrer Stoffeigenschaften können bereits vergleichsweise geringe und/oder kleinräumige Einträge in den Untergrund weitreichende Kontaminationen, insbesondere des Grundwassers, verursachen.

Altlasten in Österreich

 

Mit 1. Jänner 2017 sind 68.569 von den geschätzten insgesamt 71.000 Altstandorten und Altablagerungen in Österreich bekannt. Das Umweltbundesamt ist gemäß Altlastensanierungsgesetz mit der Erfassung, Abschätzung und Bewertung von Altablagerungen und Altstandorten betraut. Die Ergebnisse werden auf der Website in Form des Altlastenatlas und des Verdachtsflächenkatasters veröffentlicht.

 

Das Umweltbundesamt steht als größte ExpertInnen-Institution für Umwelt in Österreich und einer der führenden Umweltberater in Europa für Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zur Sicherung nachhaltiger Lebensbedingungen. Mit über 500 ExpertInnen aus 55 Disziplinen entwickelt das Umweltbundesamt fach- und themenübergreifende Entscheidungsgrundlagen auf lokaler, regionaler, europäischer und internationaler Ebene.

 

Weitere Informationen:

Petra Kestler, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04-5432