Tag des Bodens

RECARE - Lösungen zum Schutz der Böden

Wien, 5. Dez. 2017 - Durch den Klimawandel und menschliche Aktivitäten geraten die Böden in Europa immer mehr unter Druck. Um ihre natürlichen Funktionen und Dienstleistungen wie die Speicherung von Wasser und Kohlenstoff und die Produktion von Nahrungsmitteln zu erhalten, müssen Böden geschützt werden. Im EU Projekt RECARE haben sich 27 Institutionen, darunter das Umweltbundesamt, zusammengeschlossen, um gemeinsam die aktuelle Gefährdung von Böden einzuschätzen und innovative Lösungen zur Prävention weiterer Bodendegradation in Europa zu finden.

 

Effiziente Landnutzung auch in Städten

Der Verlust an produktiven Böden durch wachsende Siedlungen, Straßenbau, Gewerbezentren und andere Infrastrukturen ist derzeit die größte Bedrohung für die Böden in Europa. Allein im EU Raum gehen jährlich 1000 km2 an produktiven Böden verloren; rund die Hälfte davon wird versiegelt. Gleichzeitig werden die vorhandenen Siedlungsstrukturen in Europa vielfach ineffizient genutzt. Zersiedelung und leer stehende Gebäude sind die Folgen. Die Herausforderung für die Zukunft liegt in der effizienten Landnutzung. Im Rahmen des EU Projektes RECARE werden aktuell zehn europäische Städte mit erheblichem Bevölkerungswachstum untersucht. Es werden Landnutzungsdaten und städteplanerische Maßnahmen im Detail analysiert, um herauszufinden, welche Städte besonders effizient in ihrer Landnutzung sind und welche Erfolgsfaktoren dazu führen.

Bodenerosion – ein Thema in Schulen

Einen weiteren Schwerpunkt im RECARE Projekt stellt der Bildungsbereich dar. Um auch die Jüngsten hinsichtlich Bodengefährdung zu sensibilisieren, haben Barbara Birli, Bodenexpertin im Umweltbundesamt, und Jane Mills von der University of Gloucestershire eine Versuchsanordnung zur Bodenerosion speziell für Schulen entwickelt. Dazu nehmen die SchülerInnen die Rolle von BodenforscherInnen ein. Die Kinder (ab 10 Jahre) können anhand mitgebrachter Bodenproben die Erosionsanfälligkeit der Böden sowie ihre Zusammensetzung testen. Nach dem Test wird mit der Klasse über die Bedeutung der Ergebnisse und über Vorschläge zur Reduktion der Erosionsanfälligkeit von Böden diskutiert.

 

Bodenkinotag am 5. Dezember

Anlässlich des Internationalen Tag des Bodens am 5. Dezember laden das Umweltbundesamt und weitere Organisationen zum Bodenkinotag ins Stadtkino im Künstlerhaus. Der tägliche Bodenverbrauch in Österreich liegt derzeit laut Umweltbundesamt bei 15 Hektar. Grund genug, um am Internationalen Tag des Bodens auf seine Bedeutung und Funktionen hinzuweisen. Boden wird in all seinen Facetten, von seiner Speicherfähigkeit bis hin zur landwirtschaftlichen Bedeutung, zum Thema gemacht. ExpertInnen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Bildung diskutieren im Anschluss an die Filmvorführung.

 

Weitere Informationen:

Petra Kestler, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/31304-5432