Betrieblichen Umweltschutz in Europa stärken

Synergien, Vereinfachungen und Anreize in Umweltbundesamt-Projekt gefragt

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Wien, 20. Dezember 2017 – Damit betrieblicher Umweltschutz in europäischen Ländern zum Standard wird, muss der Einsatz eines Umweltmanagementsystems wie EMAS klare Wettbewerbsvorteile schaffen und möglichst einfach umzusetzen sein. Wie das gehen kann, zeigt z.B. der Österreichische Aktionsplan zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung. Eingeführt im Jahr 2010 hat diese Maßnahme bewirkt, dass EMAS zertifizierte Reinigungsbetriebe bei der Auftragsvergabe die Nase vorn haben. Vergleichbare Anreize, Vereinfachungen und Synergien mit anderen Managementsystemen werden im Projekt ENHANCE entwickelt, an dem sich das Umweltbundesamt maßgeblich beteiligt. Seit dem Frühjahr 2017 fanden mehrere länderspezifische und länderübergreifende Workshops statt, in denen Best Practice Beispiele aus ganz Europa ausgetauscht wurden. Beim letzten Länderworkshop in Pisa diskutierten die Projektpartner, wie Unternehmen für EMAS begeistert und die Kommunikation rund um das Umweltmanagementsystem verstärkt werden kann. Die gesammelten Best Practice Beispiele sind mit Ende des Jahres 2017 auf der Website https://www.interregeurope.eu/enhance abrufbar.

Erleichterungen für österreichische EMAS Organisationen

 

Bei einem Umweltbundesamt-Workshop im Herbst diesen Jahres diskutierten ExpertInnen im Rahmen von ENHANCE erstmals, wie Barrieren für EMAS Organisationen in Österreich abgebaut und Verbesserungen durch regionalpolitische Instrumente erzielt werden können. Unter den TeilnehmerInnen waren österreichische BehördenvertreterInnen, EMAS-BeraterInnen und GutachterInnen, Umweltanwälte und VertreterInnen österreichischer Betriebe.  Die Ergebnisse des Workshops und weiterer Treffen der österreichischen Stakeholder werden in einen nationalen EMAS Aktionsplan einfließen, der den Ausbau des Umweltmanagementsystems in Österreich vorantreiben soll. Darüber hinaus sollen bestehende EMAS Organisationen mit konkreten Maßnahmen bei ihrer Arbeit unterstützt werden.

 

Ausblick 2018

 

Im Jahr 2018 sind im Rahmen von ENHANCE drei Ländertreffen geplant. Das nächste findet im Februar in Tallinn zum Thema nachhaltige öffentliche Beschaffung statt. Einen Schwerpunkt bildet EMAS auch während der EU-Präsidentschaft im 2. Halbjahr 2018. Von 24.-26. September stehen hochrangige Meetings für EMAS-ExpertInnen aus ganz Europa und die EMAS-Konferenz auf dem Programm, bei der die EMAS Preise für Österreich vergeben werden.

EMAS als Chance für Umwelt und Wirtschaft

 

EMAS steht für "Eco-Management and Audit Scheme". Es ist ein freiwilliges Management-System, mit dem Unternehmen und Organisationen jeder Größe und Branche ihre Umweltleistung überprüfen und kontinuierlich verbessern können. EMAS unterstützt die Unternehmen dabei, Ressourcen effizient zu nützen, vereinfacht die Verwaltung im Umgang mit Behörden und schafft Transparenz und Glaubwürdigkeit. Damit ist EMAS ein wichtiger Treiber für die Kreislaufwirtschaft.

 

Was ist ENHANCE?

 

Das Umweltbundesamt beteiligt sich bis zum Jahr 2020 an dem Projekt ENHANCE (EMAS as a Nest to Help And Nurture the Circular Economy). Gemeinsam mit internationalen Projektpartnern aus Italien, Spanien, Estland und Tschechien führen die beteiligten Organisationen regionale Studien und Stakeholder-Workshops durch, um Barrieren für EMAS-Organisationen ausfindig zu machen. Die Ergebnisse fließen in eine frei zugängliche Datenbank mit Best Practice-Beispielen ein, die es den Partnern erleichtert, Aktionspläne zu erstellen und regionalpolitische Instrumente zu schaffen. Damit werden die Rahmenbedingungen für das betriebliche Umweltmanagement in Europa verbessert und wichtige Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft eingeleitet.

 

Weitere Informationen:

Petra Kestler, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04-5432