Grenzen trennen. Natur verbindet!

Neues Projekt mit Umweltbundesamt-Beteiligung vernetzt Schutzgebiete am Grünen Band

© Umweltbundesamt

Wien/Bratislava, 23. November 2018 – Das Grüne Band Europas besteht aus wertvollen, geschützten Naturräumen, die sich auf dem Gebiet des ehemaligen „Eisernen Vorhangs" erhalten bzw. entwickelt haben. Im Projekt DaRe to Connect (D2C) erarbeiten elf Partnerorganisationen aus acht europäischen Ländern der Donauregion Empfehlungen, um diese Naturräume künftig noch besser zu vernetzen. Bei der Eröffnungskonferenz am 23. November in Bratislava diskutierten die Projektpartner, wie Lücken im größten europäischen Lebensraumverbund geschlossen werden können und wie eine gemeinsame europäische Schutzstrategie aussehen könnte.

Fernerkundung für ökologische Korridore

 

Entlang des "Eisernen Vorhangs" entstand in einem Zeitraum von fast 40 Jahren ein faszinierender Streifen Wildnis. Dieser ist rund 6.800 Kilometer lang und führt entlang von Flüssen und Wäldern, durch Flachland und Hochgebirge. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten konnten sich hierher zurückziehen. Österreich hat beinahe 1.300 km Anteil am Grünen Band. Es umfasst wertvolle Naturgebiete: Vom Böhmerwald bis zum Neusiedler See, von den March-Thaya-Auen bis zum Dobratsch.

 

Im Rahmen von DaRe to Connect identifizieren ExpertInnen aus Österreich, Deutschland, Kroatien, Rumänien, Serbien, Slowakei, Tschechien und Ungarn in den nächsten drei Jahren ökologische Korridore zwischen den Naturschutzgebieten entlang des Grünen Bandes. Dafür werden neue Methoden zur Auswertung und Anwendung von Fernerkundungs-Daten aus dem EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus entwickelt. In Kooperation mit der Universität Wien verarbeiten die ExpertInnen des Umweltbundesamtes Satelliten-Daten zu GIS-Daten und machen sie so für AnwenderInnen aus Gemeinden, RaumplanerInnen oder LandwirtInnen nutzbar.

Im Fokus: Erhalt von Lebensräumen und Ökosystemleistungen

 

Unter der Leitung des BUND Naturschutz in Bayern werden parallel dazu im Rahmen von DaRe to Connect Leitlinien und Empfehlungen für eine bessere Durchgängigkeit zwischen den Schutzgebieten erarbeitet. Im Fokus steht dabei nicht nur der Erhalt der vorhandenen Ökosysteme, sondern auch deren Nutzen für den Menschen, die sogenannten Ökosystemleistungen. In sechs Pilotregionen werden gemeinsam mit lokalen Interessensgruppen Detailkonzepte erarbeitet. Pilotregion in Österreich ist das Mühlviertel mit seinen Verbindungen zum Bayrischen Wald in Deutschland und zur Region Šumava in Tschechien.

 

Die Ergebnisse des Projekts werden in einer gemeinsamen Strategievision „Green Belt in the Danube Region 2030“ gebündelt, die als Grundlage für den langfristigen Schutz dienen soll.

 

Weitere Informationen:

Sabine Enzinger, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/31304-5488