Treibhausgas-Bilanz unterschiedlicher Urlaubstypen

Präsentation des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen und des Umweltbundesamtes

© Umweltbundesamt/B.Gröger

Wien, 13.12.2018 - Mit jeder Urlaubsentscheidung sind auch ökologische Folgen verbunden. Denn jede Reise trägt durch Mobilität, temporäres Wohnen und diverse Freizeitaktivitäten zu unterschiedlich hohen Treibhausgas-Emissionen bei. Um diese Auswirkung sichtbar zu machen, hat das Umweltbundesamt im Auftrag des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich die Treibhausgas-Bilanz typischer Urlaube berechnet und verglichen.

 

Das Ergebnis: Der Winter- und Sommerurlaub in Österreichs Bergen zählt zu den klimafreundlichsten Reiseformen und kann dabei den klassischen Italienurlaub hinter sich lassen. Laut Fachverband steigen zudem die Investitionen der heimischen Seilbahnunternehmen in Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Mobilität jährlich weiter an. In der Treibhausgas-Bilanz klassischer Urlaubsformen sind alle reiserelevanten Faktoren, wie Verkehrsmittel für An- und Abreise, Unterkunft, Mobilität vor Ort, berücksichtigt wie auch der direkte und indirekte Energieeinsatz für die Urlaubsaktivität vor Ort. Das Ergebnis zeigt, dass die Wahl des Verkehrsmittels für die An- und Abreise weitaus bedeutender ist als die Aktivitäten am Urlaubsort.

Winterurlaub in Österreich verursacht 21 Prozent an Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zur Spanien-Flugreise

Im Vergleich mit dem klassischen Italienurlaub fällt die Bilanz für den Winterurlaub in Österreich besser aus. Reist man mit dem Auto an, entstehen insgesamt ein Fünftel weniger Treibhausgas-Emissionen, mit der Bahn ca. die Hälfte. Im Vergleich mit einem Urlaub inkl. Flug nach Spanien verursacht der Winterurlaub in Österreich nur knapp 21 Prozent der Treibhausgas-Emissionen, wenn das Auto für die Anreise genutzt wird – bei Anreise mit der Bahn sind es sogar nur knapp 13 Prozent. Besonders deutlich fällt der Vergleich aus, wenn man Urlaub in Österreich exotischen, aber keineswegs unüblichen Reisezielen gegenüberstellt. Demnach verursacht ein Winterurlaub in Österreich mit Auto-Anreise sieben Prozent an Treibhausgas-Emissionen im Vergleich mit einer Flug-Fernreise (z.B. Malediven). Bei einer Anreise mit der Bahn sinkt dieser Wert auf ca. 4,4 Prozent.

 

Freizeitaktivitäten – und in diesem Fall speziell der alpine Wintersport bzw. das Skifahren –  verursachen knapp halb so viele Treibhausgas-Emissionen, wie sie durch Unterbringung am Urlaubort entstehen. Weitaus höher ist der Einfluss der individuellen An- und Abreise zum Urlaubsort: Mit Blick auf die stärksten Herkunftsmärkte für Wintertourismus in Österreich spielt die Wahl des Verkehrsmittels eine entscheidende Rolle. „Sommer- und Winterurlaub in Österreich schneiden in der Bilanz am besten ab. Wer klimafreundlich Urlaub machen will, fährt mit der Bahn“, erklärt DI Günther Lichtblau, Experte für Ökobilanzierung im Umweltbundesamt. „Besonders negativ wirken sich Flugreisen aus.“

 

Weitere Information: 

Ingeborg Zechmann, Pressesprecherin Umweltbundesamt, 01/31304-5413