Treibhausgas-Monitoring für Singapurs Landnutzungssektor

Erfolgreicher Abschluss der Klimaschutzkooperation mit österreichischen Institutionen

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Wien, 19. Dezember 2018 – Singapur hat in den letzten fünf Jahren erfolgreich ein System zur Treibhausgas-Überwachung für den Landnutzungssektor (Land Use, Land-Use Change and Forestry, LULUCF) aufgebaut. Mit der Umsetzung dieses Systems war die staatliche Institution  Nationalpark Singapur (National Parks Board Singapore) beauftragt, die sich dafür Unterstützung aus Österreich geholt hat. Das Know-how der Österreichischen Agentur für Waldentwicklung, Waldbewirtschaftung und internationale Kooperation (ANRICA), des Umweltbundesamts, des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) und Joanneum Research DIGITAL – Institut für Informations- und Kommunikationstechnologien war beim Entwurf, bei der technischen Umsetzung und beim Kapazitätsaufbau in den Behörden Singapurs gefragt. Mit an Bord war auch das Bildungsinstitut (National Institute of Education) der Nanyang Technological University in Singapur, das vor allem bei den Felderhebungen unterstützte.

Interdisziplinäres Know-how aus Österreich

 

ANRICA wickelte als koordinierender Konsortialpartner Projektmanagement, Finanzmanagement und Controlling ab. Zusätzlich koordinierte ANRICA die externe Kooperation zu den lokalen Partnern und den Auftraggebern.

 

Das BFW war für die Messung von wichtigen Berechnungsgrundlagen in den waldbestockten Bereichen und der urbanen Baumvegetation Singapurs verantwortlich. Die Anzahl und Größe dieser Erhebungsflächen müssen die Genauigkeit der Ergebnisse garantieren, wie sie für so ein Reporting vorgesehen sind. 

 

Das Team rund um Prof. Mathias Schardt von JOANNEUM RESEARCH, Institut DIGITAL, war für die Entwicklung eines hochauflösenden Satellitenbild-basierten Verfahrens zum Monitoring der Landnutzungsentwicklung Singapurs in den letzten Jahrzehnten verantwortlich. Die so gewonnenen Informationen stellen eine wichtige Grundlage für die Berechnung der LULUCF-Treibhausgasbilanz dar.

 

Das Umweltbundesamt war im Rahmen der Klimaschutzkooperation für die Umsetzung der Treibhausgas-Emissionsberechnungen im Landnutzungssektor verantwortlich. Dieses Reporting muss den Vorgaben des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) bzw. den entsprechenden Beschlüssen der Vertragsstaatenkonferenzen zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen entsprechen.

Singapur: Engagierte Umsetzung der Monitoring-Beschlüsse der Klimarahmenkonvention

 

Die Regierung Singapurs setzte sich als eines der ersten asiatischen Länder, die das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) unterzeichneten, ambitionierte Ziele zum Treibhausgas-Monitoring. Seit dem Jahr 2000 berichtet Singapur seine nationalen Treibhausgasbilanzen in den Bereichen Energie, Industrie und Abfall. Das in Zusammenarbeit mit den österreichischen Institutionen entwickelte Monitoringsystem ermöglicht nun auch eine umfassende Treibhausinventur für den gesamten Landnutzungssektor Singapurs. Es umfasst Wald- und Bodeninventur, Fernerkundung mittels Satellitendaten sowie Emissionsberechnungen und Berichtswesen für sämtliche Teilbereiche.

Der Landnutzungssektor ist der einzige Sektor, von dem Treibhausgase emittiert aber auch der Atmosphäre entzogen werden. Aufgrund der komplexen Methoden der Erfassung und Berechnung stellt eine Treibhausgasinventur für diesen Sektor eine besondere Herausforderung dar. Diese wurde in enger Kooperation zwischen den ExpertInnen-Institutionen Österreichs und Singapurs erfolgreich gelöst.

 

Rückfragehinweis:

Petra Kestler, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04-5432

Christian Lackner, Pressestelle Bundesforschungszentrum für Wald, Tel. 01/878 38 1218

Mathias Schardt, Institut Digital Joanneum Research, Tel. 0316/876 - 1754

Markus Sommerauer, ANRICA, Tel.:01/914 60 - 00