Hohe Ozonbelastung im Sommer 2003

(28.11.2003) Die langanhaltende Hitzewelle des heurigen Sommers führte zu einer sehr hohen Ozonbelastung. Noch nie seit Beginn der flächendeckenden Messung im Jahr 1990 wurde die Informationsschwelle (Einstundenmittelwerte über 180 µg/m³) so oft überschritten. Besonders betroffen war der Nordosten Österreichs, aber auch die Hochgebirgsregionen in Tirol, Salzburg und der Steiermark.

© Umweltbundesamt Tage mit Überschreitungen der Informationsschwelle (rückblickend ausgewertet) Tage mit Überschreitungen der Informationsschwelle (rückblickend ausgewertet)

Die Alarmschwelle (Einstundenmittelwert über 240 µg/m³) wurde an fünf Tagen und damit auch außergewöhnlich häufig überschritten.

Die höchsten Einstundenwerte wurden allerdings in der ersten Hälfte der 90er Jahre gemessen. Der Rückgang der Spitzenwerte ist ein erster Erfolg der europäischen Emissionsreduktionen der Ozonvorläufersubstanzen.

Die Ozonbelastung war heuer nicht nur in Österreich, sondern auch in weiten Teilen Europas (sogar in Großbritannien) sehr hoch. Lediglich in den skandinavischen Ländern traten keine Überschreitungen der Informationsschwelle auf.

Belastung für Mensch und Pflanzenwelt durch Ozon

Die hohen Ozonwerte dieses Sommers sind eine Belastung für empfindliche Menschen, aber auch für die Pflanzenwelt. Hohe Ozonwerte, vor allem Werte über der Alarmschwelle, können zu Reizungen der Schleimhäute und zu Atemwegsbeschwerden bei empfindlichen Personen führen. Bei manchen Pflanzenarten kommt es zu Blattschäden und zu Wachstumseinbußen. Bei Bäumen und Pflanzen, die bereits durch die langanhaltende Trockenperiode geschwächt sind, bedeutet die hohe Ozonkonzentration eine zusätzliche Belastung.

Verhalten bei hohen Ozonwerten

© Umweltbundesamt Ozonbelastung am 8. August 2003 (Beispiel) Ozonbelastung am 8. August 2003 (Beispiel)

Bei Erreichen der Informationsschwelle wurden geringfügige Beeinträchtigungen bei körperlichen Anstrengungen beobachtet, die vor allem empfindliche Menschen betreffen. Anstrengende Arbeiten im Freien sollten daher vermieden werden; der normale Aufenthalt im Freien ist aber unbedenklich. Steigt die Ozonkonzentration über die Alarmschwelle, empfiehlt es sich, starke Anstrengungen im Freien zu vermeiden.

Da die Ozonbelastung üblicherweise ab dem frühen Nachmittag ihren Höhepunkt erreicht, sollten anstrengende Arbeiten oder Sport auf den Vormittag oder den Abend verlegt werden.

Was kann man gegen die Ozonbelastung machen?

Ozon wird aus den Ozonvorläufersubstanzen Stickstoffoxide und flüchtige Kohlenwasserstoffe gebildet. Hauptquelle der Stickstoffoxide ist der Straßenverkehr, die flüchtigen Kohlenwasserstoffe stammen größtenteils aus dem Lösemittelgebrauch, dem Verkehr und der Industrie. Jeder Verzicht aufs Auto hilft daher mit, die Ozonbelastung zu verringern. Bei Farben und Lacken sollte die Wahl auf lösungsmittelarme Produkte fallen. Von den Landesregierungen werden derzeit Aktionspläne ausgearbeitet, um die Ozonbelastung zukünftig zu verringern.

Neues Ozongesetz

Am 1. Juli 2003 trat eine Novelle des Ozongesetzes in Kraft. Diese setzt u.a. die Schwellen- und Zielwerte einer EU-Richtlinie in österreichisches Recht um. Die Vorwarnstufe (200 µg/m³ über drei Stunden) und Warnstufen (300 bzw. 400 µg/m³ für drei Stunden) des alten Ozongesetzes traten damit außer Kraft. Sie wurden durch die Informations- und die Alarmschwelle abgelöst. Sind diese überschritten, wird die Bevölkerung über die Medien darüber informiert. Die Informationsschwelle wird bei einer einstündigen Ozonkonzentration von mehr als 180 µg/m³, die Alarmschwelle wird bei einer einstündigen Ozonkonzentration von mehr als 240 µg/m³ erreicht. Da der Mittelungszeitraum und der Schwellenwert der Informationsschwelle geringer sind als die der Vorwarnstufe, wird die Informationsschwelle öfter als die Vorwarnstufe erreicht werden.

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