Klimawandel

EEA veröffentlicht Bericht zum Klimawandel in Europa

© BH Perg

(23.8.2004) Der sich auf den IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) und verschiedene europäische Forschungsprojekte stützende Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) kommt zu klaren Ergebnissen:

  • Der Klimawandel findet statt
  • Die Folgen für Europa – speziell den Alpenraum und die Mittelmeer-Anrainer – werden besonders ernst sein
  • Daraus folgend muss der Schluss gezogen werden, dass sowohl die Eindämmung der Treibhausgasemissionen als auch parallel dazu der (nötige!) Anpassungsprozess in allen betroffenen Wirtschaftssektoren dringend erforderlich sind

Folgen des Klimawandels für Europa

© Umweltbundesamt/Kurzweil

Die durch Treibhausgas-Emissionen hervorgerufene Erwärmung der Atmosphäre führt in Europa zu ernsten Konsequenzen. Nicht allein die regional verschieden ausgeprägten erwarteten Temperaturerhöhungen werden vielerorten zu einem Problem, sondern auch die Änderungen im Wasserkreislauf.

Beispielsweise erwartet die EEA in vielen derzeit schon trockenen Räumen Europas eine weitere Verschärfung der Wasserknappheit. Dies ist primär bedingt durch Abnahmen der Niederschläge. Verschärfend hinzu kommt mittelfristig allerdings auch der starke Gletscherschwund, der in wenigen Dekaden gerade auch im Alpenraum zu starken Änderungen des Wasserhaushaltes führen wird.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Temperaturerhöhung für Europa in einem Ausmaß von über 2°C abspielen wird, ist hoch. Ein Wert > 2°C übersteigt jedoch deutlich die so genannte Anpassungskapazität (engl. adaptive capacity) der alten und neuen EU-Länder, da die Klimafolgen für alle betroffenen Wirtschaftssektoren dann viel zu groß sein werden.

Selbst eine drastische Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen entbindet Europa nicht von der Pflicht, sich auf die ändernden Klimabedingungen einzustellen: Das System Ozean+Atmosphäre gibt die Treibhausgasemissionen über das Klimasystem der Erde erst verzögert (mit mehren Dekaden „Verspätung“) ab.

Zunahme extremer Wetterereignisse und Witterungsperioden

Eine besondere Herausforderung des Klimawandels wird nach Ansicht der meisten maßgeblichen Experten sowohl die Zunahme von extremen Wetterereignissen (z. B. Gewitter, Hagelschlag, Stürme) als auch von extremen Witterungsperioden (z. B. Hitzewellen, extreme Niederschlagsperiode und frühere Schneeschmelze und damit verbunden Hochwässer).

© Umweltbundesamt/Groeger

Hier liegen demnach auch mit die größten Gefahren für die Volkswirtschaften Europas. Alle namhaften Rückversicherungen rechnen mit einem starken Anstieg der Extremata und geben dieses Risiko zum Teil bereits an Ihre Kunden weiter.

Können Veränderungen der Klimaparameter Niederschlag und Temperatur über einen längeren Zeitraum durch verschiedene Anpassungsmaßnahmen (wie etwa geänderte Landnutzung)  zum Teil aufgefangen werden, so ist ein kompletter Schutz vor meteorologischen Extremereignissen in der Regel nicht möglich. Dies haben nicht zuletzt die beiden Sommer 2002 (Hochwasser) und 2003 (Hitzewelle und Dürre) in Österreich eindrucksvoll gezeigt.

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