Stickoxid-Ausstoß weiterhin steigend

Luftschadstoff-Inventur zeigt den stärksten Anstieg im Straßenverkehr

(13.2.2004) Konnten in den letzten Jahren die Emissionen von Schwefeldioxid (SO2) und flüchtigen Kohlenwasserstoffen (NMVOC) zum Teil beachtlich reduziert werden, so steigen die Stickoxid-Emissionen (NOX) seit 1999 kontinuierlich an. Hauptverantwortlich hierfür ist der Straßenverkehr, welcher etwa die Hälfte der nationalen NOX-Emissionen emittiert.

 

Im Jahr 2002 ist ein Anstieg der gesamten Stickoxid-Emissionen gegenüber dem Vorjahr um 4,1% auf 204.000 Tonnen zu verzeichnen. Damit wird derzeit die nationale Emissionsobergrenze für das Jahr 2010 von 103.000 Tonnen NOX noch bei weitem überschritten. (nach Anlage 1 des Emissionshöchstmengengesetzes-Luft (EG-L) in Umsetzung der EU-Richtlinie 2001/81/EG des Europäischen Parlaments und des Rates ("NEC-Richtlinie").

 

Die NOx-Emissionen des Straßenverkehrs nahmen gegenüber 2001 um 10,3% zu. Der stärkste Anstieg ist bei den Lastkraftwagen zu verzeichnen. Im Jahr 2002 emittierten sie bereits 60% der verkehrsbedingten NOX-Emissionen. Auch bei den PKW sind steigende NOX-Emissionen zu verzeichnen, wobei hier neben den zunehmenden Fahrleistungen vor allem der Trend zu Dieselfahrzeugen ausschlaggebend ist.

 

Stickoxide (NOX) gefährden die Gesundheit, indem sie die Lungenfunktion beeinträchtigen. Sie tragen außerdem zur Versauerung und Überdüngung (Eutrophierung) von Böden und Gewässern bei und sind neben den flüchtigen Kohlenwasserstoffen (NMVOC) hauptverantwortlich für die Bildung von bodennahem Ozon. Dieses entsteht als sekundärer Luftschadstoff durch die Einwirkung von Sonnenlicht und kann ebenfalls zu Beeinträchtigungen der Lungenfunktion bei Menschen sowie Schädigungen der Blattorgane von Pflanzen führen. Partikelförmiges Ammoniumnitrat, welches aus gasförmigen Stickoxiden und Ammoniak in der Atmosphäre entsteht, kann zudem vor allem in der kalten Jahreszeit durch Kondensation einen erheblichen Beitrag zur Feinstaubbelastung (PM10) liefern.

 

Bei den Schwefeldioxid-Emissionen erfolgte 2001 auf 2002 eine Reduktion um 4,4% auf 36.000 Tonnen. Dieser Rückgang ist überwiegend auf den geringeren Brennstoffeinsatz zur Raumwärmegewinnung aufgrund der günstigen Witterungsverhältnisse sowie dem generellen Rückgang des Einsatzes von Festbrennstoffen zurückzuführen. Bei den NMVOC-Emissionen konnte eine Reduktion um 1,4% auf nunmehr 193.000 Tonnen ermittelt werden. Die Ammoniak-Emissionen nahmen ebenfalls ab, nämlich um 2,7% auf nunmehr 53.000 Tonnen.

 

Bei Schwefeldioxid und Ammoniak sind bereits heute die Emissionsobergrenzen für das Jahr 2010 unterschritten. Der Emissionstrend von NMVOC befindet sich auf Zielkurs.