Siebenter Umweltkontrollbericht vorgelegt
Siebenter Umweltkontrollbericht ist online!
Am 8. Juli 2004 veröffentlichten Umweltminister Josef Pröll und Umweltbundesamt-Geschäftsführer Georg Rebernig den Siebenten Umweltkontrollbericht. Die aktuellsten Trends über die Wahrnehmung der Umweltkontrolle, die Entwicklungen und die erforderlichen Maßnahmen des Berichtszeitraumes von drei Jahren (2001 bis 2003) legt der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft gemäß Umweltkontrollgesetz § 3 (1) dem Nationalrat vor.
"Mein Dank gilt den Expertinnen und Experten des Umweltbundesamtes; diese haben wieder ein umfassendes Werk mit Zahlen, Daten und Perspektiven zur und für die Umwelt vorgelegt," so Umweltminister Josef Pröll. „Der Siebente Umweltkontrollbericht stellt der Situation der Umwelt in Österreich in weiten Teilen ein gutes Zeugnis aus. Die Qualität der Gewässer und des Bodens ist generell gut bis ausgezeichnet, die Belastungen mit wesentlichen Luftschadstoffen wie Kohlenmonoxid, Schwefel oder Blei haben weiter abgenommen, die Abfallwirtschaft verläuft in geregelten Bahnen. Im Bereich der Landwirtschaft greifen die umweltbezogenen Programme, der Biolandbau liegt im europäischen Spitzenfeld. Der geordnete Umgang mit Chemikalien und Bioziden ist durch die einschlägigen Regelungen sichergestellt, die Erfolge im Bereich der Altlastensanierung wurden durch ein neues Finanzierungsmodell auch für die Zukunft abgesichert.
Dennoch stehen wir weiter vor großen Herausforderungen, die auch im Europa der 25 mit Entschlossenheit angegangen werden müssen: Neben dem Klimaschutz sind dies die Bereiche Verkehr, Emissionen von Stickoxiden und Staub, Bodenversiegelung, biologische Vielfalt und Lärm. Gerade diese Problembereiche zeigen, wie wichtig ein vernetztes und gemeinsames Handeln zum Schutz der Umwelt ist.
Umweltbundesamt-Geschäftsführer Georg Rebernig stellt generell fest, dass die Entkoppelung des Ressourcen- und Energieverbrauches vom Wirtschaftswachstum, z. B. 1990 bis 2001 BIP + 28 % und Energie + 22 % noch nicht gelungen ist.
Die Trends in der Umweltentwicklung seit dem letzten Umweltkontrollbericht (2001) führt Rebernig im Detail aus: „Im Bereich Luft haben die Emissionen von Kohlenmonoxid (CO) weiter abgenommen. Die Reduktion lag bei 31 % seit 1990 - in Absolutzahlen sind das 378.000 Tonnen. Die Schwefeldioxid-Emissionen haben von einem auch im internationalen Vergleich sehr niedrigen Niveau auf 36.000 Tonnen im Jahr 2002 weiter abgenommen. Allerdings gab es eine weitere Zunahme der CO2-Emissionen zwischen 1990 und 2002 um 14,4 %. Österreich entfernt sich damit weiter vom Kyoto-Ziel. Auch bei Stickoxid (NOx)-Emissionen zeichnet sich seit 2000 wieder ein Anstieg ab. Die Erreichung der im Emissionshöchstmengengesetz Luft bis 2010 festgeschriebenen Ziele wird daher immer schwieriger."
"In Bezug auf andere Umweltbereiche ist das Zustandsbild der österreichischen Umwelt ebenfalls durchwachsen," so Rebernig. "Die Wasserqualität in Österreichs Flüssen, Bächen und Seen verbessert sich zusehends. Mit ein Grund ist nicht zuletzt der Anstieg des Anschlussgrades an kommunale Kläranlagen auf 86 % im Jahr 2001."
Weniger gut stellt sich die Situation auf dem Verkehrssektor dar: Hier hat der Energiebedarf stark zugenommen. Der Benzin- und Dieseleinsatz im Verkehrssektor stieg von 1990 bis 2002 um 62 % auf über 6,3 Mio. Tonnen an. Der Verkehrssektor ist in Österreich damit die größte Quelle für CO2-Emissionen. Der starke Anstieg der Fahrleistungen führte trotz technologischer Verbesserungen speziell bei Partikeln zu einer Zunahme der Emissionen durch den Straßenverkehr und den Nicht-Straßenverkehr (mobile Maschinen und Geräte). Ebenso verzeichnen die Stickoxid-Emissionen einen Anstieg. Durch die Verdichtung des Verkehrsnetzes (z. B. Straße, Schiene und Lärmschutzwände) steigt einerseits der Flächenverbrauch, andererseits kommt es zur fortschreitenden Zerschneidung und Verinselung von Lebensräumen.
"Einerseits hat im Naturschutz die Anzahl und die Fläche der Schutzgebiete in Österreich weiterhin zugenommen, Nationalpark Gesäuse. Andererseits lassen die Zahlen der gefährdeten Pflanzen (z. B. 60 % der Farn- und Blütenpflanzen), Tiere (ca. 50 % der Wirbeltiere) und Lebensräume (z. B. 57 % der Waldbiotoptypen) das Gesamtausmaß der Biodiversitätsgefährdung erahnen, eine Trendumkehr ist nicht absehbar," führt Rebernig weiter aus. "In der Einteilung der Grünlandbiotoptypen, um nur ein Beispiel herauszugreifen, kommen in Österreich 61 verschiedene Grünlandtypen vor, davon sind mehr als 90 % der Wiesentypen gefährdet." Das Umweltbundesamt hat dazu zahlreiche Studien erstellt, wie etwa die "Rote Liste der Biotoptypen Österreichs". Die Roten Listen finden sich im Detail unter www.roteliste.at.
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