Luftgüte in Österreich 2005

Zahlreiche Überschreitungen bei Feinstaub (PM10) und Stickstoffdioxid

(24. 10. 2006) Der Überblick des Umweltbundesamt über die Luftgütesituation in Österreich im Jahr 2005 zeigt: Zahlreiche Überschreitungen der Grenzwerte wurden für Feinstaub (PM10) und für Stickstoffdioxid (NO2) registriert. Vereinzelte Grenzwertverletzungen gab es auch bei Schwefeldioxid (SO2), Staubniederschlag sowie Blei und Cadmium im Staubniederschlag.

Belastung und Ursachen

Verglichen mit dem Jahr 2004 hat die Anzahl der Grenzwertüberschreitungen bei PM10 und NO2 im Jahr 2005 zugenommen. Wurde im Jahr 2004 bei PM10 der Grenzwert für den Tagesmittelwert an 28 Messstellen überschritten, so wurde dieser 2005 an 58 Messstandorten überschritten. Die durchschnittliche Belastung war auch 2005 niedriger als im Jahr 2003, dem bislang höchstbelasteten Jahr seit Beginn der flächenhaften PM10-Messung im Jahr 2001. Die Unterschiede sind durch die jeweiligen Wetterbedingungen nachvollziehbar.

 

Die Ozonbelastung war im Sommer 2005 wetterbedingt relativ niedrig - die Alarmschwelle wurde nur ein Mal überschritten, die Informationsschwelle an 18 Tagen. Vor allem an verkehrsnahen Messstationen wurden Grenzwertüberschreitungen bei NO2 registriert. Während die NO2-Belastung bis in die späten 90er Jahre rückläufig war, zeigt sich etwa seit dem Jahr 2000 an einigen Messstellen wieder ein deutlicher Anstieg der NO2-Belastung und der Überschreitungen. Hauptverantwortlich für die Überschreitungen bei NO2 ist der zunehmende Straßenverkehr.

 

Für die Überschreitungen der PM10-Grenzwerte sind die Ursachen vielfältiger: Neben Verkehr spielen auch Hausbrand und Bautätigkeit eine wesentliche Rolle, lokal sind auch Industrie- und Gewerbebetriebe mitverantwortlich. Zusätzlich trägt auch der Ferntransport von Feinstaub in den außeralpinen Städten Österreichs – Graz, Wien und Linz – je nach Messstelle bis über 50 % zur Feinstaubbelastung bei.

 

Grenzwertverletzungen bei SO2, Staubniederschlag sowie bei Blei und Cadmium im Staubniederschlag traten 2005 lokal im Nahbereich von Industriebetrieben auf.

 

Details zur Luftgüte in Österreich finden Sie im Jahresbericht „Luftgütemessungen in Österreich 2005“.

Grenzwerte und Messungen

Basis für den Jahresbericht sind die Luftgütemessungen der Ämter der Landesregierungen und des Umweltbundesamt. Die Grenzwerte der beschriebenen Luftschadstoffe sind im Immissionsschutzgesetz-Luft festgelegt.

Emission und Immission

Als Emission von Schadstoffen wird die Abgabe von Schadstoffen an die Umgebung an der Schadstoffquelle bezeichnet. Im Fall von Autoabgasen wird unter Emission der Schadstoffausstoß am Auspuff verstanden. Nach dem Ausstoß können Schadstoffe verdünnt und verfrachtet, durch luftchemische Vorgänge umgewandet und durch Deposition wieder aus der Luft entfernt werden Als Immission wird die Konzentration der Schadstoffe in der Luft am Ort der Einwirkung auf Mensch, Tier und Pflanzen bezeichnet.

 

Der Anteil einer Verursachergruppe an den Emissionen kann sich stark von den Immissionsbeiträgen dieses Verursachers an bestimmten Standorten unterscheiden. Auswertungen der Messergebnisse zeigen, dass der Anteil des Verkehrs an der an städtischen Straßen gemessenen Belastung deutlich höher ist als der Anteil des Verkehrs an den österreichischen Emissionen.

 

Weitere Informationen:

Pressestelle Umweltbundesamt

Ingeborg Zechmann, +43 (0) 664/611 90 94