Verkehr: Europaweit Schlusslicht unter den Klimaschutz-Sektoren

(2.3.2007) Treibhausgasemissionen aus dem Verkehrssektor bleiben in der EU die entscheidende Hürde bei der Erreichung der Kyoto-Ziele. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Umweltagentur (European Environment Agency, EEA) über die Entwicklung des Verkehrssektors hervor.

 

Die europäische Verkehrspolitik ist mit einer enormen Verkehrsnachfrage konfrontiert. Zwischen 1990 und 2003 stieg das Personenverkehrs-aufkommen in den Mitgliedsländern der Europäischen Umweltagentur (EEA) um etwa 20%. Am stärksten – um 90% – nahm von 1990–2003 der Flugverkehr zu. Das zeigt der Bericht "Verkehr und Umwelt: Auf dem Weg zu einer neuen gemeinsamen Verkehrspolitik", den die EEA am 26. Februar in Kopenhagen vorstellte.

 

Während die Emissionen in den meisten klimarelevanten Sektoren wie Energieversorgung, Industrie, Landwirtschaft und Abfall von 1990 bis 2004 zurückgingen, stiegen die Emissionen aus dem Straßenverkehr aufgrund der gesteigerten Verkehrsnachfrage.

Verkehr verursacht 21% der Treibhausgase

In den EU15 wird mehr als ein Fünftel der gesamten Treibhausgase im Verkehrssektor emittiert. Ausgenommen sind dabei der internationale Flug- und Schiffsverkehr. 93% aller Verkehrsemissionen stammen aus dem Straßenverkehr. Die Emissionen aus dem internationalen Flugverkehr stiegen zwischen 1990 und 2004 am stärksten. Sie nahmen um 86% zu.

Subventionen wichtiges Steuerungsinstrument

Der Bericht zeigt, dass Subventionen im Verkehrssektor eine wichtige Rolle spielen. Jährlich werden in Europa zwischen 270 und 290 Milliarden Euro in Subventionen im Verkehrssektor investiert. Fast die Hälfte dieser Förderungen fließt in den Straßenverkehr, einen der umweltfeindlichsten Transportwege.

 

Schadstoffemissionen aus dem Verkehrssektor haben direkte Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Fast 25% der Bevölkerung in den EU-25 leben weniger als 500 Meter von einer Straße entfernt, die von mehr als drei Millionen Fahrzeugen pro Jahr benutzt wird.

 

Weitere Informationen:
Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt,
Mobil: + 43 664/611 90 94