Initiative Risiko:dialog
(26.4.2007) Den offenen Dialog über sensible und komplexe Risikothemen zwischen VertreterInnen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, NGOs, Zivilgesellschaft und Medien zu fördern, ist das erklärte Ziel der Initiative Risiko:dialog.
Bei der Vorstellung der gemeinsamen Initiative von Radio Österreich 1 und Umweltbundesamt betonen Willy Mitsche, ORF Hörfunkdirektor und Georg Rebernig, Geschäftsführer Umweltbundesamt, die zunehmende Dynamik von Risiken und ihre potenziellen Auswirkungen auf Individuum, Gesellschaft und Umwelt. Die Initiative leistet einen Beitrag zu einer fundierten Risikobewertung, zur Risikokommunikation und zu einem vorsorgenden Risikomanagement. Unterstützt wird die Initiative Risiko:dialog von den Partnerinstitutionen Lebensministerium, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF), Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und Universität für Bodenkultur (BOKU). Als erster Sponsorpartner konnte die Verbund-Austrian Power Grid AG gewonnen werden.
Risiken entstehen und wirken an der Schnittstelle ökologischer, ökonomischer, technologischer, politischer und sozialer Entwicklungen. Die Initiative Risiko:dialog greift vorausschauend solche Themen auf und bietet eine Plattform, um die unterschiedlichen Sichtweisen, Fragestellungen und Bedürfnisse von Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu diskutieren. Gemeinsame aber auch kontroversielle Standpunkte können dadurch sichtbar und konstruktiv nutzbar gemacht werden. Der Risiko:dialog bietet Reflexionsmöglichkeiten für die gesellschaftliche Risikowahrnehmung, fördert die partizipative Wissenskultur, den Wissenstransfer zwischen Stakeholdern und schafft Orientierung für jede/n Einzelne/n.
Initiatoren und Partner der Initiative Risiko:dialog
Radio Österreich 1 bietet mit der Initiative Risiko:dialog eine neue mediale Plattform für die Information und den gesellschaftlichen Dialog über Risikothemen. Eine Kombination von Programmschwerpunkten, Aktivitäten im Internet und Dialog-Veranstaltungen verbindet vorhandenes Wissen über Risikothemen, macht bewusst, wie Risikowahrnehmung zustande kommt und ermöglicht die Auseinandersetzung mit Folgen und Alternativen. „Dem Informations- und Bildungsauftrag des ORF entsprechend, schafft der Sender auf diese Weise Öffentlichkeit für einen vorausschauenden und vorsorgenden Umgang mit Risiken, die unsere Gegenwart und Zukunft bestimmen“, stellt Hörfunkdirektor Willy Mitsche fest. „Profunde Information, Transparenz und die Beteiligung an einem offenen Dialog über Risikothemen sieht Radio Österreich 1 als wesentlichen Beitrag zu einer neuen Form der Wissenskultur an, die auch einer Stärkung der politischen Kultur dient“.
Das Umweltbundesamt hat für die Initiative Risiko:dialog das in der Umweltpolitik und in der öko- und humantoxikologischen Risikobewertung verankerte Vorsorgeprinzip aufgegriffen, in einen erweiterten Kontext gestellt und weiterentwickelt. „Dialogprozesse zwischen Stakeholdern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Medien und Zivilgesellschaft sind eine unverzichtbare Ergänzung zu Risikoanalysen“, erklärt Georg Rebernig, Geschäftsführer Umweltbundesamt. „Vorsorgendes Risikomanagement für die Gesellschaft erhält damit ein solides Fundament durch belastbares Wissen, aber auch durch eine erhöhte Akzeptanz von risikomindernden Maßnahmen.“
Unterstützt werden die Initiatoren des Risiko:dialog von den Partnerinstitutionen BMWF, Lebensministerium, BMWA, FFG und BOKU. Als erster Sponsor der Initiative konnte die Verbund-Austrian Prower Grid AG gewonnen werden. „Wir verfolgen eine Unternehmenspolitik, die die Versorgungssicherheit für Österreich gewährleistet, die ökologischen Grenzen respektiert, Ressourcen effizient nutzt und zugleich soziale Gerechtigkeit anstrebt“, erklärt Heinz Kaupa, Technischer Vorstand Verbund-Austrian Power Grid AG. „Wir setzen auf einen offenen und sachlichen Dialog, auf kooperative und faire Zusammenarbeit mit allen Anspruchsgruppen und einen konstruktiven Umgang mit Konflikten. Um auf die wachsenden Anforderungen der Gesellschaft, des Umweltschutzes und des Marktes reagieren zu können, unterstützen wir die Initiative Risiko:dialog.“
Risiko in Österreich
Eine repräsentative Umfrage zum Thema Risiko, die im Vorfeld im Auftrag von Umweltbundesamt und BMWF von Karmasin Marktforschung/Österreichisches Gallup Institut durchgeführt wurde, kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: 86% der ÖsterreicherInnen halten neue Informations- und Dialoginitiativen zu Risikothemen für wichtig. Mehr als jeder Vierte (26%) erwartet sich eine solche Dialoginitiative von den Medien, 22% von der Wissenschaft und 19% von der Politik. Bemerkenswert ist, dass fast ein Drittel (30 %) der Befragten aktiv teilnehmen würde, mehr als 50 % würde die Diskussionen verfolgen. Erwartet werden aufklärende Informationen und eine offene Analyse von Risikoursachen. „Die Antworten zeigen klar, dass für die ÖsterreicherInnen besonders der partizipatorische Aspekt eine zentrale Rolle spielt,“ betont Harald Pitters, Studienleiter Karmasin Marktforschung/Gallup Institut. Zum Begriff Risiko selbst hielten die Befragten bei ausgewählten Begriffspaaren, die Worte spannend (80 %) im Gegensatz zu langweilig (20%), global (71%) versus lokal (20%) und gesellschaftlich (63%) versus persönlich (27%) für zutreffend. Pitters: „Die ÖsterreicherInnen nehmen Risiko viel stärker auf der gesellschaftlichen als auf der persönlichen Ebene wahr. Das Thema wird allerdings keineswegs ausschließlich mit Gefahr gleich gesetzt, sondern birgt für 35 % der Befragten eine Chance.“
Weitere Informationen:
Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, ingeborg.zechmann@umweltbundesamt.at, 0664/611 90 94
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