Leichter Rückgang der Luftschadstoffemissionen 2005

(29.4.2007) Die Ergebnisse der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur zeigen eine leichte Reduktion der Luftschadstoffemissionen von 2004 auf 2005: 3,1% weniger Schwefeldioxidemissionen (SO2), 2,2% weniger flüchtige Kohlenwasserstoffen ohne Methan (NMVOC), 1,8% weniger Stickoxidemissionen (NOx) und 0,3% weniger Ammoniakemissionen (NH3) wurden in Österreich emittiert.

NOx-Emissionen in Österreich

Für das Jahr 2005 haben Expertinnen und Experten des Umweltbundesamt für Österreich einen Ausstoß von rund 159.000 Tonnen Stickoxid (NOx) berechnet. Im Vergleich zu 2004 bedeutet das eine Abnahme um 2.900 Tonnen (-1,8%). Etwa 44% der in Österreich emittierten Stickoxidemissionen stammen aus dem Sektor Verkehr. Verglichen mit 2004 ist in diesem Sektor ein Rückgang der Emissionen um 2,5% zu verzeichnen. Hauptgrund für diese Entwicklung ist die technische Erneuerung der Fahrzeugflotte. Die verbleibenden NOx Emissionen sind auf die anderen Sektoren wie folgt verteilt: Kleinverbrauch 22%, Industrie 23%, Energieversorgung 8% und Landwirtschaft 3%. Ab 2010 ist laut einer EU-Richtlinie zur Regelung von Luftschadstoffen die österreichische Emissionshöchstmenge von Stickoxiden von 103.000 Tonnen einzuhalten. Dieser Höchstwert wird im Jahr 2005 deutlich überschritten.

NMVOC, Schwefeldioxid und Ammoniak

Die in Österreich emittierten Emissionen von Schwefeldioxid, NMVOC und Ammoniak (NH3) liegen 2005 unter den für 2010 festgelegten Emissionshöchstmengen: Die Schwefeldioxidemissionen nahmen im Vergleich zu 2004 im Jahr 2005 um 800 Tonnen (-3,1%) ab. Sie liegen mit insgesamt rund 26.000 Tonnen deutlich unter der Emissionshöchstmenge von 39.000 Tonnen. Hauptverantwortlich für den rückläufigen Trend ist die vermehrte Nutzung schwefelarmer bzw. schwefelfreier Brenn- und Kraftstoffe. Die NMVOC-Emissionen betrugen im Jahr 2005 rund 150.000 Tonnen und lagen damit um 9.000 Tonnen unter der für 2010 festgesetzten Emissionshöchstmenge. Verglichen mit 2004 wurde ein Rückgang um 3.300 Tonnen (-2,2%) ermittelt, im Wesentlichen aufgrund der verringerten Emissionen durch Lösemittelanwendung. Die Ammoniakemissionen (NH3) blieben von 2004 auf 2005 in etwa konstant. Mit einer geringfügigen Reduktion um 200 Tonnen (-0,3%) auf rd. 64.000 Tonnen liegen sie derzeit unter der Höchstmenge von 66.000 Tonnen NH3.Etwa 95% der österreichischen NH3-Emissionen stammen aus dem Sektor Landwirtschaft. Die Emissionsminderung korreliert mit den rückläufigen Viehbestandszahlen.

Wirkung auf Mensch und Umwelt

Stickstoffdioxid (NO2) gefährdet die Gesundheit, indem es die Atemwege  beeinträchtigt. Stickstoffoxide tragen außerdem zur Versauerung und Überdüngung (Eutrophierung) von Böden und Gewässern bei und sind gemeinsam mit den flüchtigen Kohlenwasserstoffen (NMVOC) hauptverantwortlich für die Bildung von bodennahem Ozon. Partikelförmiges Ammoniumnitrat, das aus gasförmigen Stickoxiden (NOx) und Ammoniak (NH3) in der Atmosphäre entstehen kann, trägt zudem vor allem in der kalten Jahreszeit zur Feinstaubbelastung (PM10) bei. SO2 kann in höheren Konzentrationen die Gesundheit beeinträchtigen und zur Versauerung beitragen. SO2 und NH3 können gemeinsam partikelförmiges Ammoniumsulfat bilden, welches zur Feinstaubbelastung (PM10) beiträgt.

 

Weitere Informationen:
Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, 0664/611 90 94

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