Europäische Treibhausgase 2005

(14.6.2007) Das von der Europäischen Umweltagentur veröffentlichte EU-Treibhausgasinventar für 2005 zeigt gegenüber dem Niveau von 2004 einen Rückgang um 0,8% (EU-15) bzw. 0,7% (EU-27). Demgegenüber ist die Bruttoinlandsproduktion in der EU-27 im Jahr 2005 um 1,8% gestiegen. Deutschland, Finnland, die Niederlande und Rumänien haben in absoluten Zahlen am stärksten zu dem 2005 erfolgten Rückgang beigetragen. Deutschland hat seine Emissionen um 2,3% oder 23,5 Mio. t CO2-Äquivalente reduziert, Finnland um 14,6% (11,9 Mio. t), die Niederlande um 2,9% (6,3 Mio. t) und Rumänien um 4% (6,4 Mio. t). Belgien, die Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Frankreich, Luxemburg, die Slowakei, Schweden und das Vereinigte Königreich haben ebenfalls einen Rückgang zu verzeichnen.

 

Der Rückgang der EU-15-Emissionen im Jahr 2005 ist vor allem auf verminderte CO2-Emissionen durch die öffentliche Strom- und Wärmeerzeugung, private Haushalte, Dienstleistungsbetriebe und den Straßenverkehr zurückzuführen. Die CO2-Emissionen durch die öffentliche Strom- und Wärmeerzeugung gingen vor allem aufgrund des verringerten Einsatzes von Kohle um 0,9% zurück. Die CO2-Emissionen durch private Haushalte und Dienstleistungsbetriebe verringerten sich um 1,7%, wobei in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden – generell bedingt durch den ungewöhnlich milden Winter - erhebliche Rückgänge zu verzeichnen waren. Deutschland erzielte zudem eine signifikante Verringerung der Methanemissionen durch den Abfallsektor, in dem mehrere innovative Politiken und Maßnahmen erste Früchte trugen. Die CO2-Emissionen durch den Straßenverkehr gingen in der EU-15 um 0,8% zurück (ebenfalls zu einem großen Teil durch einen Rückgang in Deutschland bedingt).

Von den EU-15-Mitgliedstaaten hatte Spanien 2005 in absoluten Zahlen mit 3,6% oder 15,4 Mio. t CO2-Äquivalenten den stärksten Emissionsanstieg zu verzeichnen. Grund war vor allem eine um 17% höhere Stromerzeugung durch mit fossilen Brennstoffen betriebene Kraftwerke, während die Stromerzeugung durch Wasserkraftwerke aufgrund des niedrigen Wasserstands der Flüsse um 33% zurückging.

 

Polen hatte von den EU-12-Ländern die in absoluten Zahlen höchste Emissionszunahme zu vermelden (+0,6% oder 2,3 Mio. t CO2-Äquivalente), die vor allem auf einem Anstieg flüchtiger Methanemissionen durch den Energiesektor (+1%) sowie auf einer Zunahme der Methan- und Stickoxidemissionen durch die Landwirtschaft (+5% bzw. +4,5%) beruhte. In Österreich, Bulgarien, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Malta, Portugal und Slowenien nahmen die Emissionen im Jahr 2005 ebenfalls zu. 2005 ist das erste Jahr, für das überprüfte Daten zu den CO2-Emissionen durch Anlagen vorliegen, die von dem zum 1. Januar 2005 eingeführten EU-Emissionshandelssystem (ETS) erfasst sind. 2005 deckte das ETS rund 50% der gesamten CO2-Emissionen in der EU-25 und etwa 40% der gesamten Treibhausgasemissionen in der EU-25 ab (rund 2 Mrd. t).

 

Weitere Informationen:
Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, Mobil: 0664/611 90 94