Abfallverbrennung in Österreich

Umweltbundesamt legt Statusbericht 2006 vor

(09.10.2007) Die Menge der Abfälle, die in den bedeutendsten österreichischen Abfallverbrennungsanlagen behandelt werden, ist aufgrund der Bestimmungen der Deponieverordnung deutlich gestiegen – von ca. 880.000 Tonnen im Jahr 2000 auf ca. 1,8 Millionen Tonnen Abfälle im Jahr 2005. Diese Anlagen entsprechen dem Stand der Technik und halten die Emissionsgrenzwerte für Luftschadstoffe gemäß Abfallverbrennungsverordnung (AVV) ein. In der Abwärmenutzung gibt es Verbesserungsbedarf. Zu diesen Ergebnissen kommt das Umweltbundesamt im Statusbericht zur Abfallverbrennung in Österreich. Für den Bericht wurden verfahrenstechnische und abfallwirtschaftliche Aspekte von Abfallverbrennungsanlagen analysiert.

 

Insgesamt wurden an den untersuchten Standorten im Jahr 2005 ca. 1,7 Millionen Tonnen nicht gefährliche Abfälle, vor allem Siedlungsabfälle, verbrannt. Dazu kamen ca. 124.000 Tonnen gefährliche Abfälle, v.a. Lösungsmittelgemische und Schlämme. Nicht gefährliche Abfälle werden hauptsächlich in den Anlagen mit Rostfeuerung in Wien (Flötzersteig, Spittelau), Dürnrohr, Arnoldstein (KRV), Wels (I und II) und in den Anlagen mit Wirbelschichtfeuerung in Niklasdorf, Lenzing und Simmering (WSO 1–3, WSO 4) eingesetzt. Ca. 59% der Abfälle, die in diesen Abfallverbrennungsanlagen (ausgenommen Simmering WSO 1-3) behandelt werden, sind unbehandelter Rest- und Sperrmüll. Ca. 28% sind heizwertreiche Fraktionen aus Anlagen zur mechanischen oder mechanisch-biologischen Abfallbehandlung und ca. 13% sind andere Abfälle wie Klärschlamm oder Gewerbeabfälle.

Die gefährlichen Abfälle werden zum Großteil in den Drehrohröfen in Simmering (Drehrohrofen 1 und 2) und Arnoldstein (ABRG) sowie im Wirbelschichtofen der ABRG Arnoldstein thermisch behandelt.

 

Als Abfälle und Rückstände aus der Abfallverbrennung fallen Schlacken, Aschen, Filterkuchen, Gips und Eisenschrott an.

 

Für die nächsten Jahre sind weitere Abfallverbrennungsanlagen geplant oder bereits genehmigt, durch die die Kapazitäten um weitere ca. 1,4 Millionen Tonnen steigen werden.

 

Verfahrenstechnische Aspekte

 

Die in den Anlagen angewendete Verfahrenstechnik ist im Statusbericht zur Abfallverbrennung in Österreich beschrieben und schematisch abgebildet. Erfasst wurden die Vorbehandlung, Lagerung, Förderung und Dosierung der Abfälle, die eingesetzte Verbrennungstechnologie und die Verbrennungsluftführung sowie die Verfahren zur Rauchgas- und zur Abwasserreinigung. Ergänzt werden diese Aspekte um eine Beschreibung des Wasser-Dampf-Kreislaufs der Kesselanlagen und der Nutzung der Energie, die bei der Abfallverbrennung freigesetzt wird.

Die Verbrennungsaggregate sind großteils als Rostfeuerungen ausgeführt. Heizwertreiche Abfallfraktionen werden überwiegend in den Wirbelschichtfeuerungen, gefährliche Abfälle in Drehrohröfen verbrannt. Die Abfallförderung und -dosierung ist durch die eingesetzte Feuerungstechnologie bestimmt. Alle Anlagen verfügen über eine steuerbare Zuführung von Verbrennungsluft – u.a. Abluft aus den Abfalllagern –, die eine genauere Regelung des Verbrennungsprozesses ermöglicht.

 

In allen beschriebenen Anlagen kommen aufwändige mehrstufige Verfahren (Trockenverfahren mit oder ohne Kombination mit nassen Rauchgaswäschern) zur Rauchgasreinigung zum Einsatz, um Schadstoffemissionen in die Luft effektiv zu mindern. Dadurch halten alle Anlagen die Grenzwerte der Abfallverbrennungsverordnung (AVV) ein.

 

Verbesserungsbedarf besteht vor allem bei der im Sinne des Klimaschutzes wünschenswerten Nutzung der Abwärme, die bei der Verbrennung anfällt. Nur wenige Anlagen entsprechen vollwertigen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.

 

Weitere Informationen:
Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, mobil 0664/611 90 94