Die Umwelt in Europa

Neuer Bericht der Europäischen Umweltagentur

(10.10.2007) Die Umweltpolitik wird in ganz Europa durch Informationslücken und eine lückenhafte Umsetzung behindert. Um eine gesunde Umwelt in der Region zu sichern, müssen die europäischen MinisterInnen ihre Kräfte bündeln. Zu diesem Schluss kommt der Bericht „Die Umwelt in Europa – Vierter Lagebericht“ der Europäischen Umweltagentur.

 

Im Lagebericht, der bei der Eröffnungssitzung der sechsten Ministerkonferenz in Belgrad (Serbien) vorgestellt wurde, dokumentiert und bewertet die Europäische Umweltagentur die Fortschritte im Umweltbereich in 53 Ländern. Das Ergebnis: Die Qualität von Wasser, Luft und Boden fällt in Europa sehr unterschiedlich aus. Der Großteil der Umweltbelastung stammt aus wirtschaftlichen Tätigkeiten wie Landwirtschaft, Tourismus, Verkehr und Energie. Die derzeitigen Konsum- und Produktionsgewohnheiten in Osteuropa, dem Kaukasus und Zentralasien, Südosteuropa sowie West- und Mitteleuropa stellen höhere Anforderungen an die natürlichen Ressourcen und bedrohen die Umwelt.

Umweltsituation in Europa

Über 100 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu sanitären Einrichtungen. In vielen Ländern Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens sowie Südosteuropas hat sich die Qualität der Wasserversorgung und der sanitären Einrichtungen in den letzten 15 Jahren verschlechtert.

 

Trotz einiger Erfolge bei der Luftverschmutzung wird geschätzt, dass sich durch das derzeitige Niveau – v.a. bei Stickoxiden, Feinstaub und bodennahem Ozon – die durchschnittliche Lebenserwartung in west- und mitteleuropäischen Ländern um fast ein Jahr verkürzt. In Osteuropa, im Kaukasus und in Zentralasien haben die meisten Emissionen von Luftschadstoffen durch wirtschaftlichen Aufschwung, zunehmenden Verkehr und anhaltende Mängel bei der Luftreinhaltepolitik seit dem Jahr 2000 um 10% zugenommen.

 

Überfischung, Eutrophierung und der steigende Druck auf die Küstenumwelt gefährden die Meeresumwelt in Europa. Die unfallbedingte Ölverschmutzung in großem Maßstab ist zwar zurückgegangen, allerdings wird beim täglichen Betrieb weiterhin Öl in bedeutendem Umfang abgelassen.

 

Bei der biologischen Vielfalt ist das Ziel, den Rückgang bis zum Jahr 2010 zu stoppen, ohne beträchtliche zusätzliche Anstrengungen nicht zu erreichen. Durch die Zerstörung der Lebensräume, ihrer Verschmutzung und Zerschneidung sind über 700 europäische Arten vom Aussterben bedroht.

 

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesellschaft und die natürlichen Ressourcen sind bereits weltweit erkennbar. Sie dürften sogar noch dramatischer ausfallen – selbst wenn weltweite Emissionen von Treibhausgasen drastisch reduziert werden. Strategien zur Anpassung sind daher dringend notwendig.

Weitere Informationen:
Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, mobil 0664/611 90 94