Monitoring Network in the Alpine Region

Internationales Symposium und Konferenz zu POPs in den Alpen

(11. 12. 2007) Erste Ergebnisse aus dem Projekt MONARPOP„Monitoring Network in the Alpine Region for Persistent and other Organic Pollutants“ wurden am 28. November zahlreichen VertreterInnen von österreichischen, deutschen und Schweizer Behörden und Interessierten bei einer Konferenz in Salzburg vorgestellt. Im Rahmen des Projekts wurde drei Jahre lang die Belastung der Alpen mit langlebigen organischen Schadstoffen (POPs) untersucht.  

POPs sind Umweltgifte, die sich aufgrund ihrer Eigenschaften in der Nahrungskette anreichern. Es handelt sich dabei vor allem um Organochlorpestizide, Industriechemikalien und Verbrennungsprodukte. Der Konferenz ging ein zweitägiges wissenschaftliches Symposium voraus. Am 26. und 27. November vernetzten ForscherInnen aus der ganzen Welt ihr Wissen über die Ablagerung von POPs in Gebirgsregionen – von Chile bis Alaska und von den Pyrenäen bis zum Himalaya. Die Vertreterin des United Nations Environment Programme (UNEP) betonte in ihrem Vortrag bei der Konferenz die Bedeutung des Projekts als wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Stockholm Konvention. Dieses internationale Übereinkommen soll die Konzentrationen von zwölf besonders giftigen, langlebigen und akkumulierenden POPs, dem so genannten dreckigen Dutzend, durch Verbote und Einschränkungen sowie durch verbindliche Richtlinien verringern.

An MONARPOP sind neben dem Lebensministerium und dem Umweltbundesamt, sieben österreichische Landesregierungen und Institutionen aus Deutschland (Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz; GSF Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit; Umweltbundesamt Deutschland), Italien (Regionale Umweltschutzagenturen für Veneto und Lombardei, Interuniversity Consortium „Chemistry for the Environment“ INCA), Schweiz (Bundesamt für Umwelt; Universität Basel; WSL Forschungszentrum für Wald, Schnee und Landschaft, EMPA Eidgenössische Materialprüfungsanstalt) und Slowenien (Slowenisches Forstinstitut) beteiligt. Die Europäische Union fördert das dreijährige Projekt im Rahmen des Interreg IIIB - Alpenraumprogramms.

Erste Projektergebnisse

Humus-, Mineralböden- und Fichtennadelproben von 40 entlegenen Alpenstandorten und sieben Höhenprofilen wurden in den beteiligten Ländern auf zahlreiche Schadstoffe untersucht. Luft- und Depositionsmessungen wurden an drei hochalpinen Standorten – am Sonnblick in Österreich, auf der Zugspitze in Deutschland und am Weißfluhjoch in der Schweiz – durchgeführt. Für die Analyse der Herkunft von Schadstoffen wurde weltweit erstmalig eine neue Methode eingesetzt: Luftproben wurde via Fernsteuerung nach tagesaktuellen meteorologischen Prognosen gesammelt und entsprechend ausgewertet.

Die Ergebnisse des Projektes, das auch Bestandteil des globalen Monitoring zur Überprüfung der Stockholm Konvention ist, zeigen, dass die Alpen als Barriere für Schadstoffe dienen, die weite Strecken in der Luft transportiert werden. Höhere Schadstoffkonzentrationen finden sich demnach in den Randlagen. In den zentralen Lagen wurden meist die niedrigsten Belastungen gemessen. Zwischen Nord und Süd, Ost und West wurden signifikante Belastungsunterschiede festgestellt, die Konzentrationen der Chemikalien veränderten sich auch mit der Höhe. Schadstoffspuren fanden sich in Luft und Wald selbst bei solchen Substanzen, deren Einsatz in Europa seit vielen Jahren verboten ist.

 

Weitere Informationen:

Petra Wiener, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04 – 5432