Ferntransport

Einflüsse auf die Luftqualität in Nordostösterreich

(11.6.2007) In einer neuen Studie veröffentlicht das Umweltbundesamt aktuelle Erkenntnisse zum Thema Ferntransport von Luftschadstoffen. Dafür wurden die Beiträge einzelner Emittenten im Ausland und ihr Einfluss auf die Luftgüte im Osten Österreichs und in der Stadt Wien ermittelt und zusammengestellt. Die Studie wurde in Kooperation mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik im Auftrag der OMV AG durchgeführt.

 

Verschiedene Vorstudien deuteten darauf hin, dass der Schadstoffferntransport aus den östlichen Nachbarländern ein wichtiger Einflussfaktor für die Luftqualität im Nordosten Österreichs ist. In der aktuellen Studie liegt der Schwerpunkt bei der Analyse der Emittenten auf großen Einzelquellen (Punktquellen), dies sind zum überwiegenden Teil mit Kohle beheizte Kraftwerke. Relevante Quellregionen sind in Bosnien, Bulgarien, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn zu finden.. Aus diesen Ländern wurden die Emissionsdaten von insgesamt etwa 100 großen Punktquellen erhoben bzw. abgeschätzt.

Beitrag zur Luftbelastung

Berechnet wurden die Beiträge der einzelnen Punktquellen auf die Luftbelastung durch SO2, NOx und PM10 in Wien und weiteren Standorten im Burgenland (Illmitz), Niederösterreich (Pillersdorf), Oberösterreich (Enzenkirchen) und in der Steiermark (Klöch). Die Standorte außerhalb Wiens sind Hintergrundstandorte, d.h. sie werden durch Emissionen im Nahbereich kaum beeinflusst. Zur Belastung in Wien tragen die untersuchten Punktquellen gemäß den Ausbreitungsberechnungen relativ wenig bei: Zur SO2-Belastung etwa 0,7 µg/m³ - dies sind etwa 15 % des Jahresmittelwertes - und zur NOx-Belastung etwa 0,1 µg/m³ (das ist weniger als 1% des Jahresmittelwertes). Zur PM10-Belastung durch primäre und sekundäre Partikel tragen sie rund 1,5 µg/m³ und damit etwa 5 % der Gesamtbelastung bei. Die Beiträge der Punktquellen zur Luftschadstoffbelastung in Wien sind damit für PM10 deutlich geringer als Schätzungen für den Gesamtbeitrag von grenzüberschreitendem Schadstofftransport mit anderen Verfahren ergaben. Dies liegt vor allem daran, dass die untersuchten Punktquellen nur einen Teil der Schadstoffemissionen in diesen Ländern ausmachen.

 

Weitere Informationen:

Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, mobil 0664/611 90 94

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