Online-Konsultation zu Neobiota
Unerbetene Gäste auf dem Prüfstand
(5.3.2008) Nicht-einheimische Arten wie Bisamratten und Riesenbärenklau, so genannte Neobiota, können die einheimische Flora und Fauna beeinträchtigen und Natur und Wirtschaft schaden. Wie diesem Problem EU-weit begegnet werden kann, erhebt die Europäische Kommission in einer Online-Umfrage von 3. März bis 5. Mai 2008.
Gefragt sind Anregungen von BürgerInnen, UnternehmerInnen, InteressensvertreterInnen, Parteien, NGOs und anderen Organisationen, um die Gefahr für die biologische Vielfalt in Europa durch nicht-heimische Arten zu minimieren. Die Ergebnisse der Umfrage werden als Grundlage für die Ausarbeitung von Maßnahmen der EU im Bereich der gebietsfremden invasiven Arten dienen, die die Europäische Kommission in einer Mitteilung Ende 2008 vorlegen wird.
Derzeit fehlt in Europa ein kohärenter Rechtsrahmen für den Umgang mit Neobiota. Vereinzelte Maßnahmen können die Gefahren kaum verringern, die gebietsfremde invasive Arten für europäische Ökosysteme mit sich bringen. Die Online-Umfrage ist ein erster Schritt, um dieses Problem europaweit anzugehen.
Invasive Arten in Europa
Viele Arten siedeln sich weit von ihrem Ursprungsort entfernt an oder werden vom Menschen eingeschleppt. Ein Beispiel dafür sind die als Ziersträucher beliebten Rhododendren in Europa, die ursprünglich aus dem Himalaya kommen. Auch heute wesentliche Ernährungsbestandteile der EuropäerInnen wie Tomaten, Kartoffeln und Mais stammen aus Amerika.
Ursachen für diese Einschleppungen sind die Handelsstrukturen und die weltweite Mobilität. Die meisten gebietsfremden Pflanzen in der freien Natur verbreiten sich von Gärten oder Aquarien aus oder stammen aus der Aquakultur. Die absichtliche Besetzung von Gewässern mit gebietsfremder Süßwasserfauna durch AnglerInnen ist eine weitere Ursache. In der Meeresumwelt werden schädliche Wasserorganismen häufig über das Ballastwasser von Schiffen eingebracht, die diese Organismen in einem Teil der Welt aufnehmen und irgendwo in weiter Entfernung wieder abgeben.
Weitere Informationen:
Petra Wiener, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04-5432
Deutsch
english





















