Metalle und Nährstoffe in Fichtenholz

(30.09.2008) Für eine Studie analysierte das Umweltbundesamt Bohrkernproben von Fichten, um das Vorkommen und die geschichtliche Entwicklung von Metall- und Nährstoffgehalten in Baumholz zu dokumentieren. In Fichtenholz vom Dachstein nahm der Gehalt von Zink, Kadmium und Mangan während der letzten drei Jahrhunderte zu.

 

Baumholz ist historischer Zeuge von Umweltsituationen und spiegelt natürliche und vom Menschen verursachte Umweltveränderungen. Frühe industrielle Einflüsse können im Holz konserviert werden. Eine am Umweltbundesamt entwickelte Methode lässt die Veränderung der Chemie von Holz mit hoher chronologischer Gewissheit datieren, um daraus auf das Vorkommen des betreffenden Elements in der Umwelt zu schließen.

Für eine Studie analysierte das Umweltbundesamt mit Unterstützung des Holzforschungsinstituts der BOKU Bohrkernproben von Fichten aus der Dachsteinregion auf Metalle und Nährstoffe. Dabei zeigte sich, dass an diesem Bergstandort während der letzten drei Jahrhunderte der Gehalt von Mangan und dem besonders toxischen Kadmium in Fichtenholz deutlich zugenommen hat.

 

Seit dem Beginn der Industrialisierung wurde das Holz außerdem nickel- und schwefelreicher. Derartige zeitliche Übereinstimmungen zwischen gesteigerten Metallgehalten und Industriegeschichte verdeutlichen, über welch lange Zeiträume anthropogene Einträge in Waldökosystemen verbleiben können, wobei kleinräumige als auch überregionale Umweltveränderungen ihre Spuren hinterlassen können.

 

Die Studie liefert durch die Untersuchung zahlreicher weiterer Standorte ein für Österreich repräsentatives Bild der Elementgehalte in Fichtenholz und schließt die Datenlücke für diese Hauptbaumart des heimischen Waldes. Die Ergebnisse stellen eine wertvolle Grundlage für umweltrelevante Massenbilanzen und Modellierungen dar, beispielsweise dienen die Daten dazu, den ebenfalls am Umweltbundesamt untersuchten Status der Schwermetallbelastung heimischer Waldökosysteme abzuschätzen und zu bewerten

 

Weitere Informationen:

Christine Schatz, Pressestelle Umweltbundesamt, 01/31304 – 5434