Erster Carbon Footprint für Bier

Umweltbundesamt rechnet für Murauer Bier erstmals nach internationalem Standard

(Wien, 12. April 2011) Das Umweltbundesamt hat für die 1. Obermurtaler Brauereigenossenschaft in Murau den Carbon Footrpint (CFP) erstmals nach internationalem Standard, der künftigen ISO-Norm 14067 berechnet. Diese liegt aktuell als Entwurf vor und soll bis Jahresende fertiggestelt werden.

 

Durch die neue ISO-Norm werden Produkte in Zukunft hinsichtlich ihres Carbon Footprints vergleichbar. Das bedeutet mehr Transparenz für Konsumentinnen und Konsumenten. „Zudem wird für Unternehmen ersichtlich, in welchen Bereichen sie Optimierungspotenzial haben“, erklärt Georg Rebernig, Geschäftsführer im Umweltbundesamt.

Pressekonferenz 12.4.2011
v.l.n.r. J. Rieberer, G.Rebernig, J. Tanner

Transparente Methode, valide Datengrundlage

Bei der Ermittlung des Carbon Footprint haben die ExpertInnen sämtliche Treibhausgasemissionen analyisiert, die im Zuge der Herstellung von Murauer Bier entstehen – vom Anbau von Gerste und Hopfen, über die Produktion bis hin zur Zustellung. In einem vom Umweltbundesamt für Österreich entwickelten Berechnungsmodell werden die Treibhausgasemissionen bilanziert. Das Umweltbundesamt ist die weltweit einzige, akkreditierte Überwachungsstelle für Emissionsbilanzen und verfügt über eine valide Datenbasis für Emissionen und Emissionsfaktoren.

 

Ergebnisse – sichtbare Einsparungspotenziale 

„Mit der Berechnung des Carbon Footprint für unser Murauer Bier sind wir wieder einen Schritt weiter in Sachen Umwelt- und Klimaschutz gekommen“, erklärt Josef Rieberer, Geschäftsführer der 1. Obermurtaler Brauereigenossenschaft in Murau.

Durch die CFP-Berechnung wird deutlich, wo Einsparungspotenziale vorhanden sind, etwa bei der Bierproduktion, jenem Bereich, der die meisten Emissionen verursacht. Hier zeigt die Analyse des Umweltbundesamt, dass durch den Ersatz fossiler Energieträger (Erdgas, Heizöl) durch erneuerbare Energieträger die Gesamtemissionen für das Produkt weiter reduziert werden können.

Beim Zustellungstransport können vor allem durch eine Umstellung der Vertriebslogistik auf emissionsarme Verkehrsmittel (Bahn, alternativ betriebene Verkehrsmittel) Einsparungen erzielt werden.

 

Ergebnisse für diverse Gebindeformen 

Das Umweltbundesamt hat den CFP für Einweg- und Mehrwegflaschen sowie Fassbier berechnet. Dabei wird deutilch, dass Mehrweg (0,305 kg/l) einen fast halb so großen CFP gegenüber Einweg (0,671 kg/l) aufweist. Der äußerst große Anteil von Mehrweg-Flaschen gegenüber Einwegflaschen (93 %)) wirkt sich sehr positiv auf den gesamten CFP von 0,309 kg/l Bier aus. Murauer Fassbier hat mit 0,281 kg/l den geringsten CFP.

 

Rückfragehinweis:

Sabine Enzinger, Pressestelle Tel.: +43-(0)1-313 04-5488 

Infobox

Downloads

Hintergrundinformation zu Carbon Footprint [PDF, 191KB]

Präsentation [PDF, 650KB]

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