Bundesländer Luftschadstoff-Inventur (BLI)

© Umweltbundesamt

(Wien, 18.11.2011) – In der Bundesländer Luftschadstoff-Inventur präsentiert das Umweltbundesamt die Entwicklung der Treibhausgase und ausgewählter Luftschadstoffe für die Jahre 1990 bis 2009 in den einzelnen Bundesländern. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen in den einzelnen Bundesländern stark von der jeweiligen wirtschaftlichen Struktur abhängt. Dementsprechend können auch einzelne Sektoren den Emissionstrend in einem Bundesland bestimmen.

 

Bei den Luftschadstoff-Emissionen zeigt sich  in den Bundesländern ein ähnliches Bild wie auf nationaler Ebene:  Bei Stickoxid-Emissionen ist der Sektor Verkehr, bei NMVOC-Emissionen sind der Kleinverbrauch und die Lösungsmittelanwendung die Hauptverursacher. Schwefeldioxid-Emissionen stammen überwiegend aus Industrie und Kleinverbrauch. Ammoniak-Emissionen werden in den meisten Bundesländern vorwiegend in der Landwirtschaft freigesetzt. Für die Entwicklung der Feinstaubemissionen (zwischen 2000 und 2009) sind in allen Bundesländern die Sektoren Verkehr und Kleinverbrauch relevant, in einigen Bundesländern sind auch dem Sektor Industrie deutliche Einflüsse zuzuordnen.

 

Die Bundesländer-Luftschadstoff-Inventur wird in Kooperation mit den Ämtern der Landesregierungen erstellt. Datenbasis ist die Österreichische Luftschadstoff-Inventur, die jährlich vom Umweltbundesamt durchgeführt wird.

Kärnten

Von 1990 bis 2009 nahmen die THG-Emissionen um 0,1 % auf 4,5 Mio. t CO2-Äquivalent ab; die Reduktion von 2008 auf 2009 betrug 11 %. Die bedeutendsten Emittenten sind die Sektoren Verkehr, Industrie und Kleinverbrauch.

Die NOx-Emissionen nahmen von 1990 bis 2009 um 5,2 % zu. Von 2008 auf 2009 ist eine Reduktion um 11 % zu verzeichnen. Die Emissionen von NMVOC und SO2 nahmen seit 1990 um 58 % und 73 % ab, die NH3-Emissionen stiegen geringfügig um 2,0 %. Von 2008 auf 2009 gingen die NMVOC-Emissionen um 17 %, die SO2-Emissionen um 18 % und die NH3-Emissionen um 2,4 % zurück.

Im Zeitraum 2000 bis 2009 gab es eine Abnahme der PM2,5-Emissionen um 8,5 % (PM10:
– 3,5 %). Von 2008 auf 2009 verringerten sich die PM2,5-Emissionen um 11 % (PM10: – 7,8 %). Die Sektoren Kleinverbrauch, Verkehr und Industrie konnten als Hauptverursacher festgestellt werden.

Niederösterreich

Die THG-Emissionen nahmen von 1990 bis 2009 um 6,8 % auf 19,5 Mio. t CO2-Äquivalent zu, von 2008 auf 2009 kam es zu einer Abnahme um 5,5 %. Der Emissionstrend wird von den Sektoren Energieversorgung und Verkehr bestimmt.

Die NOx-Emissionen nahmen zwischen 1990 und 2009 um 1,6 % ab; von 2008 auf 2009 betrug die Reduktion 8,7 %. Die Emissionen von NMVOC, SO2 und NH3 nahmen seit 1990 um 56 %, 74 % und 12 % ab. Von 2008 auf 2009 gingen die NMVOC-Emissionen um 15 %, die SO2-Emissionen um 9,0 % zurück, die NH3-Emissionen stiegen um 1,5 %.

Die Feinstaub-Emissionen nahmen bei PM2,5 vom Jahr 2000 bis 2009 um 6,6 % ab (PM10:
– 2,0 %). Von 2008 auf 2009 ist eine Abnahme der PM2,5-Emissionen um 4,4 % festzustellen (PM10: – 3,8 %). Die Hauptverursacher sind die Sektoren Kleinverbrauch und Verkehr.

Oberösterreich

Zwischen 1990 und 2009 nahmen die THG-Emissionen um 3,4 % ab. Im Jahr 2009 wurden THG-Emissionen in der Höhe von 21,3 Mio. t CO2-Äquivalent emittiert, das sind um 13 % weniger als 2008. Der Sektor Industrie dominiert den Emissionstrend.

Die NOx-Emissionen nahmen zwischen 1990 und 2009 um 7,5 % ab. Für den Zeitraum 2008 bis 2009 wurde eine Reduktion um 8,1 % ermittelt. Die Emissionen von NMVOC und SO2 nahmen seit 1990 um 54 % bzw. um 63 % ab, die NH3-Emissionen stiegen geringfügig um 1,3 %. Von 2008 auf 2009 gingen die NMVOC-Emissionen um 18 % und die SO2-Emissionen um 12 % zurück, die NH3-Emissionen stiegen um 3,5 %.

Zwischen 2000 und 2009 gab es eine Abnahme der PM2,5-Emissionen um 22 % (PM10: – 20 %). Von 2008 auf 2009 verringerten sich die PM2,5-Emissionen um 4,1 % (PM10: – 4,6 %). Die Sektoren Kleinverbrauch, Industrie und Verkehr wurden als Hauptverursacher festgestellt.

Salzburg

Zwischen 1990 und 2009 ist eine Zunahme der THG-Emissionen um 15 % auf 4,1 Mio. t CO2-Äquivalent zu verzeichnen. Im Vergleich zu 2008 wurden 2009 um 5,8 % weniger THG-Emis­sionen verursacht. Die bedeutendsten Emittenten sind die Sektoren Verkehr, Industrie und Kleinverbrauch.

Die NOx-Emissionen sind zwischen 1990 und 2009 um 6,9 % gestiegen. Für den Zeitraum 2008 bis 2009 wurde eine Reduktion um 7,7 % ermittelt. Die Emissionen von NMVOC und SO2 nahmen seit 1990 um 58 % bzw. um 74 % ab, die NH3-Emissionen stiegen um 9,4 %. Von 2008 auf 2009 gingen die NMVOC-Emissionen um 19 % und die SO2-Emissionen um 8,0 % zurück. Die NH3-Emissionen stiegen um 1,1 %.

Die Feinstaub-Emissionen nahmen zwischen 2000 und 2009 bei den PM2,5-Partikeln um 2,9 % ab (PM10: – 1,5 %). Von 2008 auf 2009 betrug die PM2,5-Reduktion 0,4 % (PM10: – 0,1 %). Hauptverursacher der Feinstaub-Emissionen sind die Sektoren Kleinverbrauch, Industrie und Verkehr.

Steiermark

Von 1990 bis 2009 nahmen die THG-Emissionen um 7,8 % ab. Im Jahr 2009 betrug die Emissionsmenge 12,4 Mio. t CO2-Äquivalent, das sind um 11 % weniger als 2008. Industrie und Verkehr bestimmen den Trend.

Die NOx-Emissionen nahmen von 1990 bis 2009 um 13 % ab. Von 2008 auf 2009 ist eine Reduktion um 8,8 % zu verzeichnen. Die Emissionen von NMVOC und SO2 nahmen bis 2009 im Vergleich zu 1990 um 51 % bzw. 74 % ab, die NH3-Emissionen stiegen geringfügig um 1,1 %. Von 2008 auf 2009 gingen die NMVOC-Emissionen um 18 % und die SO2-Emissionen um 4,7 % zurück. Die NH3-Emissionen blieben in diesem Zeitraum annähernd konstant (– 0,5 %).

Die Feinstaub-Emissionen nahmen bei PM2,5 zwischen 2000 und 2009 um 21 % (PM10: – 19 %), und zwischen 2008 und 2009 um 4,1 % ab (PM10: – 4,1 %). Als Hauptverursacher der Feinstaub-Emissionen wurden die Sektoren Kleinverbrauch, Industrie und Verkehr ermittelt.

Tirol

Zwischen 1990 und 2009 kam es zu einer Zunahme der THG-Emissionen um 13 % auf 5,5 Mio. t CO2-Äquivalent. Von 2008 auf 2009 sanken die Emissionen um 5,4 %. Mit Abstand größter Emittent ist der Sektor Verkehr.

Von 1990 bis 2009 nahmen die NOx-Emissionen um 12 % zu. Im Vergleich zu 2008 wurde 2009 um 9,0 % weniger NOx emittiert. Die Emissionen von NMVOC und SO2 nahmen seit 1990 um 54 % bzw. 65 % ab. Von 2008 auf 2009 gingen die NMVOC-Emissionen um 18 % und die SO2-Emissionen um 2,7 % zurück. Die NH3-Emissionen blieben zwischen 1990 und 2009 annähernd konstant (– 0,4 %), von 2008 auf 2009 betrug der Zuwachs 1,6 %.

Im Zeitraum 2000 bis 2009 gab es eine Abnahme der PM2,5-Emissionen um 8,0 % (PM10:
– 4,1 %). Von 2008 auf 2009 verringerten sich die PM2,5-Emissionen um 6,9 % (PM10: – 7,1 %). Die Hauptverursacher sind die Sektoren Kleinverbrauch und Verkehr.

Vorarlberg

Die THG-Emissionen sanken zwischen 1990 und 2009 um insgesamt 6,4 % auf 1,8 Mio. t CO2-Äquivalent. Von 2008 auf 2009 ging der THG-Ausstoß um 1,9 % zurück. Hauptverursacher sind die Sektoren Verkehr, Kleinverbrauch und Industrie.

Die NOx-Emissionen nahmen zwischen 1990 und 2009 um 12 % ab. Für den Zeitraum 2008 bis 2009 wurde eine Reduktion um 6,4 % ermittelt. Die Emissionen von NMVOC und SO2 nahmen seit 1990 um 52 % bzw. um 79 % ab, die NH3-Emissionen stiegen um 10 %. Von 2008 auf 2009 gingen die NMVOC-Emissionen um 20 % und die SO2-Emissionen um 14 % zurück. Bei den NH3-Emissionen wurden 2009 um 2,7 % mehr Emissionen emittiert als 2008.

Die Emissionen von Feinstaub nahmen im Zeitraum 2000 bis 2009 bei PM2,5 um 2,5 % ab, für PM10 wurde eine Zunahme um 3,8 % ermittelt. Zwischen 2008 und 2009 nahmen die PM2,5-Emissionen um 4,8 % und die PM10-Emissionen um 3,3 % ab. Hauptverursacher sind die Sektoren Kleinverbrauch und Verkehr.

Österreich Gesamt

Die Gesamtmenge der österreichischen THG-Emissionen betrug im Jahr 2009 80,1 Mio. t CO2-Äquivalent und befand sich somit um 2,4 % über dem Niveau von 1990. Von 2008 auf 2009 sind die THG-Emissionen um 7,9 % gesunken. Rund drei Viertel der Emissionen stammen von den Sektoren Industrie, Verkehr und Energieversorgung.

Der Ausstoß an Stickoxiden (inkl. Emissionen aus Kraftstoffexport) wurde zwischen 1990 und 2009 um 3,9 % reduziert. Von 2008 auf 2009 nahmen die NOx-Emissionen um 8,5 % ab. Die Emissionen von NMVOC, SO2 und NH3 haben seit 1990 um 55 %, 72 % und 3,0 % abgenommen. Von 2008 auf 2009 gingen die NMVOC-Emissionen um 18 % und die SO2-Emissionen um 8,4 % zurück, die NH3-Emissionen stiegen um 1,2 %.

Der Sektor Verkehr ist Hauptverursacher der NOx-Emissionen, bei den NMVOC-Emissionen sind es die Lösungsmittelanwendung (Sektor Sonstige) und der Kleinverbrauch. Die SO2-Emissio­nen stammen überwiegend aus Industrie und Kleinverbrauch, die NH3-Emissionen haben vorwiegend in der Landwirtschaft ihren Ursprung.

Die PM2,5-Emissionen nahmen im Zeitraum 2000 bis 2009 um 13 % ab (PM10: – 9,1 %). Von 2008 auf 2009 verringerten sich die PM2,5-Emissionen um 4,7 % (PM10: – 4,4 %). Hauptverursacher sind die Sektoren Kleinverbrauch, Verkehr und Industrie.

 

Weitere Informationen: 

Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, +43 1 313 04 5413