Gesundheitsgefährdende Stoffe in Faschingsmasken

Die Tester der AK haben in drei Geschäften im Burgenland und bei vier auf Faschingsmasken spezialisierten Internet-Shops insgesamt 8 der beliebten
„Gummi-Masken“ eingekauft und dem Umweltbundesamt zur Analyse übergeben.

 

Die Produkte wurden auf CKW (potentielles Lösemittel in der Produktion), PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), Phthalate (Kunststoffweichmacher) sowie Nonylphenol (für die Herstellung von Kunststoffen, Textilien und Leder) untersucht.
5 Masken waren diesbezüglich unauffällig und somit gesundheitlich unbedenklich.
3 Produkte wiesen jedoch Auffälligkeiten auf. In diesen 3 Masken wurden hohe Konzentrationen an Schadstoffen gefunden, die sowohl für die menschliche Gesundheit bedenklich sind als auch schädliche umweltrelevante Effekte haben:

  • In beiden beim Internet-Shop PartyPaket.de gekauften Masken, „Jar Jar Binks“ und „Troll mit Haaren und Hut“ konnten Nonylphenol-Konzentrationen im 2- und 3-stelligen mg-Bereich pro kg Produkt gemessen werden.
  • In der Star-Wars-Maske „Jar Jar Binks“ wurden zusätzlich 2 Phthalate gefunden.
  • Ein Artikel, eine Schweinskopf-Maske, die im Internet auf Faschingslaune.de gekauft wurde, war auffällig aufgrund der Verunreinigung durch Naphthalin.

Zur Wirkung der gefundenen Schadstoffe

Nonylphenol (NP) beeinflusst das Hormonsystem und steht in Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinflussen sowie das Kind im Mutterleib zu schädigen. Außerdem hat Nonylphenol bedenkliche Auswirkungen auf die Umwelt. Um diesen Effekten Rechnung zu tragen, wird derzeit auf EU-Ebene eine Beschränkung für NP in Textilien und Leder diskutiert. Nach derzeitigem Stand ist für Textilien bereits ein Grenzwert für die Produktzertifizierung nach OEKO-TEX® Standard 100 von 100 ppm festgelegt. Weiters werden im Handel bereits jetzt schon bestimmte freiwillige Grenzwerte durchgesetzt: Dementsprechend wären Textil- und Lederwaren mit dem in einer Maske gefundenen Wert von 390 mg/kg beispielsweise in Deutschland nicht mehr marktfähig, da der Grenzwert von 30 mg/kg um mehr als das 10fache überschritten ist. Eine andere Maske zeigt mit knapp 20 mg/kg auch eine deutliche Konzentration dieses Schadstoffes.

 

Die beiden gefundenen Phthalate dienen als Weichmacher in Kunststoffen und sind derzeit im Chemikalienrecht nur für spezielle Spielwaren ab einem Gehalt von 0,1% verboten. Sie gehören einer Gruppe von Phthalaten an, die statt der noch gefährlicheren bereits beschränkten Phthalate eingesetzt werden. Phthalate gehören generell einer Gruppe von Substanzen an, die u.a. verschieden starke reproduktionstoxische und umweltgefährliche Effekte zeigen. Da die schädlichen Effekte aber noch nicht beschrieben sind, ist eines der untersuchten Produkte, die Jar Jar Binks-Maske, mit einem Gehalt an 32% des Phthalats als bedenklich anzusehen.

 

Naphthalin, ein PAK, steht im Verdacht, krebserzeugend zu sein und ist schädlich für die Umwelt. Das Zeichen für geprüfte Sicherheit (GS-Zeichen) verlangt die Einhaltung des Höchstgehaltes von PAKs von 10 mg/kg für jene Stoffe, die länger als 30 Sekunden mit der Haut in Berührung kommen. Der gefundene Analysenwert liegt mit 110 mg/kg deutlich über diesem Grenzwert.

Tipps für Konsumenten

  • Es gibt keine sicheren Hinweise darauf, ob eine Maske mit Schadstoffen belastet ist oder nicht. Masken mit intensivem Geruch sollten vorsichtshalber nicht – oder möglichst nur kurze Zeit – getragen werden.
  • „Teuer“ heißt nicht automatisch „gut“. Der aktuelle Test zeigt, dass das billigste Produkt, eine Horrormaske, die im Trend´s Center in Mattersburg zum Preis von € 2,99 gekauft wurde, hinsichtlich der untersuchten Stoffe unbedenklich war. Alle Masken, die problematische Inhaltsstoffe aufwiesen, waren im Vergleich dazu mit einem Preis von € 13 bis € 15 relativ teuer.
  • In manchen Masken schützt Stoff vor dem direkten Hautkontakt mit dem Kunststoff. Achten Sie also auch auf das „Innenleben“ der Masken. 

 

Weitere Informationen:

Bernhard Ozlsberger, Pressestelle AK Burgenland, 0664 82 39 449

Sabine Enzinger, Pressestelle Umweltbundesamt, 01/31304-5488