Uran im Grundwasser

© Umweltbundesamt/A. Scheidleder

Wien, 25. Jänner 2016 – Kurz nach Einführung des Grenzwertes für Uran in der Trinkwasserverordnung untersuchten ExpertInnen des Umweltbundesamt Prüflabors im Rahmen eines Sondermessprogramms im Jahr 2013 erstmalig österreichweit Proben von insgesamt 1.940 Grundwassermessstellen auf ihren Urangehalt. Beprobt wurden oberflächennahe Grundwasserkörper und Tiefengrundwasserkörper. Die Analysen im Rahmen der Gewässerzustandsüberwachung ergaben, dass bundesweit insgesamt 33 Messstellen den Parameterwert der Trinkwasserverordnung von 15 Mikrogramm pro Liter (µg/l) überschreiten. Das entspricht 1,7 % der Messstellen.

 

Österreichweit ist die Grundwasserqualität nach derzeitigem Kenntnisstand großflächig nicht nennenswert durch Uran beeinträchtigt. Überschreitungen des Parameterwertes der Trinkwasserverordnung (15 µg/l) sind im Wesentlichen auf Einzelfälle beschränkt. Die Überschreitung des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung kann in einigen Regionen Österreichs aufgrund des geologischen Untergrundes natürliche Ursachen haben. „In anderen Fällen, zum Beispiel im burgenländischen Seewinkel, lassen sich die Urankonzentrationen im Grundwasser nicht unmittelbar auf natürliche Ursachen zurückführen“, erläutert Umweltbundesamt-Experte Franko Humer. „Das Wissen, welche anderen Ursachen zu höheren Urangehalten im Grundwasser führen können, ist aber notwendig, um bei Überschreitungen wirkungsvolle Sanierungsmaßnahmen setzen zu können.“

Erste Schritte in der Ursachenforschung wurden bereits gesetzt. ExpertInnen des Umweltbundesamtes untersuchten im Rahmen eines aktuellen Projekts mögliche Eintragspfade für Uran ins Grundwasser und analysierten das Mobilitätsverhalten von Uran im Untergrund. Grundlage dafür waren umfangreiche Erhebungen zur Geologie, Hydrogeologie, Bodenbeschaffenheit, Hydrochemie und zu spezifischen Kennwerten der belasteten Grundwassermessstellen. Die Erkenntnisse aus dem Projekt im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft wurden bei einem Erfahrungsaustausch mit ExpertInnen der Geologischen Bundesanstalt, der Universität Wien, der Agentur für Ernährungssicherheit und Joanneum Research diskutiert. Zudem wurden die im Rahmen des Sondermessprogramms ermittelten Urangehalte in den Grundwässern Österreichs in einer Karte 1:500.000 dargestellt.