Chemikalien in Sportbekleidung

© AK Burgenland Eva Schreiber (AK Burgenland) und Sabine Cladrowa (Umweltbundesamt) präsentierten die Ergebnisse des Produkttests

Wien, 10. Mai 2016 - Gesundheitsschädliche Chemikalien in Kinderkleidung, Schadstoffe in Outdoor-Bekleidung: Immer wieder treten bei Untersuchungen von Textilien erschreckende Ergebnisse zu Tage. Doch wie sieht es mit Sportbekleidung aus, die direkt auf der Haut getragen wird? Das Umweltbundesamt analysierte im Auftrag der Arbeiterkammer Burgenland Sport-Tops auf ihren Schadstoffgehalt. Das erfreuliche Ergebnis: 7 von 8 Produkten wurden mit „sehr zufriedenstellend“ bewertet. Bei einem Produkt wurde in Bezug auf eine Substanz der strengere OEKO-TEX® Standard 100 jedoch weit überschritten.

 

„Wir haben Substanzen analysiert, von denen umwelt- und gesundheitsschädigende Wirkungen ausgehen können. Wir freuen uns, dass die Ergebnisse so gut ausgefallen sind und die gefundenen Konzentrationen deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen“ erklärt Sabine Cladrowa, Leiterin der Chemikalien-Abteilung im Umweltbundesamt.

Die ExpertInnen testeten insgesamt 8 Produkte von Lidl, Hofer, Kik, Takko, Tchibo, Intersport, Hervis und H&M. 3 Produkte waren mit dem Label OEKO-TEX®  Standard 100 gekennzeichnet. Dieses Gütezeichen soll Konsumenten signalisieren, dass das Produkt nicht nur den EU-Standards entspricht, sondern auch nach den wesentlich strengeren Prüfkriterien der OEKO-TEX® Gemeinschaft zertifiziert wurde.

 

Doch bei einem Produkt, dem Sport-BH, der bei Hofer gekauft wurde und mit dem OEKO-TEX® Label gekennzeichnet war, wurden diese Standards nicht eingehalten. Konkret enthielt der Artikel Nonylphenolethoxylate in einer Konzentration von 150 mg/kg. Nach der freiwilligen OEKO-TEX® Beschränkung ist ein Wert von maximal 100 mg/kg zulässig. Eine EU-weite gesetzliche Beschränkung von Nonylphenolethoxylaten in Textilien mit 100 mg/kg wurde übrigens bereits beschlossen und wird mit 3. Februar 2021 rechtskräftig. Ab diesem Tag darf das Produkt in der EU nicht mehr verkauft werden.

 

Der Sport-BH enthielt auch Spuren von Dibutylzinn-Kation sowie 6,5 mg/kg Silber, wobei in der Produktbeschreibung die Verwendung von Silberchlorid als antibakterielles Biozid ausgewiesen wurde. Nachdem hinsichtlich dieser Substanzen keine gesetzlichen Grenzwerte überschritten wurden, wurde das Produkt dennoch mit „zufriedenstellend“ bewertet.

 

In 3 weiteren Produkten wurde je eine Substanz nachgewiesen, die potenziell umwelt- und/oder gesundheitsschädigende Eigenschaften aufweist (Sport-Tops von Tchibo, Intersport und H&M). Die Gehalte waren jedoch so gering, dass sie als unbedenklich eingestuft wurden.