Moose als Messinstrumente für die Schadstoffbelastung

© Harald Zechmeister

(Wien, 7.3.2017) Moose – im Garten oft unbeliebt, in der Umwelt-Beobachtung seit langem geschätzt: Kaum eine andere Pflanzengruppe eignet sich so gut, um Ablagerungen von Schadstoffen aus der Atmosphäre zu erfassen. Mittels Moos-Monitoring haben Umweltbundesamt-ExpertInnen die atmosphärischen Depositionen von Metallen und erstmals auch von Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in ganz Österreich untersucht.

 

Moose sind aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften „natürliche Messinstrumente“ und erfassen als Bioindikatoren die Belastung von Schadstoffen aus der Atmosphäre. Ohne Wurzeln ausgestattet, nehmen sie Wasser, Nähr- und Schadstoffe aus der Atmosphäre direkt über ihre Zellwände auf. Jährliche Zuwächse ermöglichen eine zeitliche Zuordnung der gemessenen Konzentrationen.

 

Moos-Monitoring wird seit den frühen 70er-Jahren in vielen Ländern Europas angewendet. Die Methode ist durch viele wissenschaftliche Arbeiten gut abgesichert Seit 1995 untersucht das Umweltbundesamt alle fünf Jahre Standorte in ganz Österreich. In der aktuellen Erhebung wurde an 75 Stellen gesammelt. Im Vergleich zu technischen Messungen ist die Methode sehr kostengünstig. Auch in qualitativer Hinsicht steht das Moos-Monitoring technischen Verfahren um nichts nach.

 

Weitere Informationen: www.umweltbundesamt.at/news_170307