Insektenvertilgungsmittel im Test

© Umweltbundesamt/M. Deweis

Wien, 20. März 2017 – Das Umweltbundesamt überprüfte im Jahr 2016 gemeinsam mit den ChemikalieninspektorInnen der Bundesländer insgesamt 26 Insektenvertilgungsmittel auf ihre Wirkstoffe. Untersucht wurden die Konzentrationen von fünf Neonicotinoiden sowie des Biozids Fipronil. Die ExpertInnen gingen der Frage nach, ob die Angaben laut Etikett den enthaltenen Konzentrationen entsprechen. Es zeigte sich, dass diese größtenteils eingehalten wurden. Andere Neonicotinoide als die angegebenen wurden nicht nachgewiesen.

 

Korrekte Angaben bei 15 von 18 Produkten

 

Von den 18 untersuchten Produkten weisen nur drei einen niedrigeren Wirkstoffgehalt als angegeben auf. Betroffen waren ein Granulat sowie zwei Ködergele gegen Ameisen.
Ergänzend wurden weitere acht Biozidprodukte ohne entsprechende Kennzeichnung auf ihren Gehalt an Neonicotinoiden oder Fipronil überprüft. Auch hier entsprachen die Angaben den Messergebnissen.

Neonicotinoide und Fipronil

 

Neonicotinoide und Fipronil sind eine Gruppe von synthetisch hergestellten Insektiziden, die in den letzten Jahren wegen ihrer schädlichen Wirkung auf Bienen in Verruf geraten sind. Sie kommen vorwiegend in Pflanzenschutzmitteln und als Biozide zum Einsatz und sollen Insekten, Milben, Zecken und andere Gliederfüßer abwehren.

 

Biozidprodukte

 

Ähnlich wie Pflanzenschutzmittel, die dem Schutz von Pflanzen oder Pflanzenprodukten dienen, kommen im nicht-landwirtschaftlichen Bereich Biozidprodukte zum Schutz von Menschen, Materialien oder Objekten zum Einsatz. Sie wirken auf chemischem oder biologischem Weg, können gewerblich oder industriell, aber auch von Privatpersonen angewendet werden. Um ausreichenden Schutz von Mensch und Umwelt zu gewährleisten und gleichzeitig die Wirksamkeit von Biozidprodukten sicherzustellen, wird das Inverkehrbringen von Biozidprodukten gemäß Verordnung (EU) Nr. 528/2012 geregelt.