Perfluorierte Verbindungen im Harn

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Wien, 15. Mai 2017 - ExpertInnen des Umweltbundesamts haben im Rahmen einer Pilotstudie untersucht, ob der Harn von stichprobenartig ausgewählten MitarbeiterInnen mit perfluorierten Verbindungen belastet ist. Dafür adaptierten sie eine bestehende analytische Methode, die im Human-Biomonitoring zum Einsatz kommt. Die Untersuchung von insgesamt 12 perfluorierten Verbindungen im Harn zeigt, dass vor allem die kurzkettigen Verbindungen nachweisbar sind. Alle untersuchten Proben waren nur gering belastet. Die Ergebnisse der Pilotstudie wurden im April 2017 auf dem Open Access-Portal des Wissenschaftsverlages De Gruyter veröffentlicht.

 

Weit verbreitete Industriechemikalien

 

Perfluorierte Verbindungen sind eine Gruppe von synthetischen Substanzen, die aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften u.a. in wasser- und schmutzabweisenden Textilien, in Lebensmittelverpackungen, Feuerlöschschäumen, hydraulischen Ölen, Papier, Kosmetika und beschichteten Küchenutensilien eingesetzt werden. Der Nachteil ist, dass diese Verbindungen praktisch nicht abgebaut werden, sich daher in der Nahrungskette anreichern und zudem toxische Wirkungen zeigen.

Nachweis mittels Human-Biomonitoring

 

Welche Schadstoffe in welchem Ausmaß in den menschlichen Organismus gelangen, lässt sich mittels Human-Biomonitoring erfassen. Dazu werden biologische Materialien wie etwa Blut, Harn, Muttermilch, Speichel, Haare oder Gewebeproben auf Schadstoffe oder deren Abbauprodukte chemisch analysiert. Das Umweltbundesamt zählt zu den Vorreitern auf dem Gebiet des Human-Biomonitoring in Österreich und leitet die Österreichische Plattform für Human-Biomonitoring.