Schwermetalleinträge im Wald

© Umweltbundesamt/Gröger

Am LTER Standort Zöbelboden im Reichraminger Hintergebirge wird seit 18 Jahren ein Waldökosystem detailliert beobachtet. Das europäische Messnetz solcher Standorte erlaubt die langfristigen Auswirkungen von Luftschadstoffen auf das Ökosystem zu analysieren und zu bewerten.

Die Belastung von Waldökosystemen durch weiträumig transportierte Schwermetalle nahm in den letzten Jahren stark ab. Die Konzentrationen von besonders umweltschädigenden Schwermetallen wie Blei und Kadmium gingen um 70-80% zurück. Die Monitoring-Daten vom Hintergrundstandort Zöbelboden belegen die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Emissionsminderung.

Schwermetalle am Standort Zöbelboden

Die Messdaten, die ExpertInnen des Umweltbundesamt seit 1993 alle zwei Wochen erheben, zeigen, dass heute viel kleinere Mengen weiträumig transportierter Schwermetalle in Wälder gelangen als noch vor wenigen Jahren. Die Frachten besonders umweltschädlicher Schwermetalle (Kadmium, Blei) blieben weit unter den anwendbaren Richt- und Grenzwerten (diese liegen um das doppelte bis 10-fache über den gemessenen Werten) und waren viel niedriger als in den 1980ern in Waldökosystemen gemessene Werte.

 

Aluminium und Zink waren von der Konzentration her die wichtigsten Spurenmetalle. Beide Metalle machten über die Hälfte der gesamten Schwermetalleinträge aus. Nadelwald nahm mehr Schwermetalle aus der Atmosphäre auf als Laubwald.

 

Der Rückgang der Schwermetall-Einträge ist auf erfolgreiche internationale Maßnahmen zur Emissionsminderung wie die Bleientnahme aus dem Benzin zurückzuführen.

 

Gleichzeitig konnte nachgewiesen werden, dass die Blei- und Cadmiumgehalte in den Böden von 1992 bis 2004 stark abnahmen. Die Verlagerung in tiefere Bodenschichten, bzw. die Auswaschung, findet also bei weitem schneller statt als bislang angenommen. 

Schwermetalle in Ökosystemen

Die industrielle Revolution und vor allem der wirtschaftliche Aufschwung nach dem 2. Weltkrieg führten in Europa zu einem deutlichen Anstieg der Schwermetallemissionen. In Folge wurden diese Schwermetalle durch (weiträumigen) Transport verstärkt auch in abgelegene Ökosystemen – wie das Untersuchungsgebiet Zöbelboden – eingetragen. Je höher die Konzentrationen, desto größer die potenzielle Gefährdung von Fauna, Flora  und Grund- bzw. Trinkwasser.

Protokoll zur Emissionsminderung

Im Jahr 1998 wurde das Schwermetallprotokoll der Genfer Konvention über weiträumige, grenzüberschreitende Luftverschmutzung (CLRTAP) in Aarhus (Dänemark) verabschiedet. Eines der wichtigsten Ziele dieses Protokolls ist die Reduktion der Emissionen der drei Schwermetalle Blei, Cadmium und Quecksilber unterhalb des Niveaus von 1990 – mit Erfolg bei Blei und Cadmium, wie die vorliegende Studie beweist. Die Wirksamkeit dieses Protokolls wird unter anderem durch das Programm ICP Integrated Monitoring überprüft, das auf ein besseres Verständnis der Ursachen-Wirkungs-Beziehungen in Ökosystemen abzielt. Aus diesem Grund werden auf den Standorten dieses Programms die Stoffeinträge, die Stoffkonzentrationen der einzelnen Ökosystemkompartimente und die Stoffausträge in unterschiedlichen zeitlichen Abständen mit europaweit einheitlichen Methoden gemessen. Die umfassenden Untersuchungen am LTER Standort Zöbelboden im Reichraminger Hintergebirge sind der österreichische Beitrag zum "Integrated Monitoring"-Programm.

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