Landschaften multifunktional nutzen

Potenziale aufzeigen und Lebensbedingungen dauerhaft erhalten – mit diesen Zielvorgaben starten voraussichtlich drei österreichische Regionen Ende 2010 das Kooperationsprojekt MUFLAN.

© BFerner

Reich strukturierte Kulturlandschaften, sauberes Wasser, ertragreiche Böden und gesunde Luft – die naturräumliche Ausstattung sorgt für hohe Lebensqualität in ländlichen Regionen und bietet gleichzeitig die Grundlage für wirtschaftliche Aktivitäten. Wo hochwertige Umweltressourcen vorhanden sind, sind konkurrierende Nutzungsansprüche meist nicht fern. Um möglichen Konflikten frühzeitig zu begegnen, sind gezielte Maßnahmen gefragt.

Potenziale aufzeigen und Lebensbedingungen dauerhaft erhalten – mit diesen Zielvorgaben starten voraussichtlich drei österreichische Regionen Ende 2010 ein Kooperationsprojekt. Unter dem Titel „Entwicklung regionaler Aktionsprogramme zur multifunktionalen, ökologisch optimierten Nutzung von Landschaft und Umweltressourcen (MUFLAN)“ werden neue Lösungswege bei Nutzungskonflikten beschritten. Dabei schaffen Expertinnen und Experten vom Umweltbundesamt gemeinsam mit der ÖAR Regionalberatung und Fachleuten aus den Regionen wesentliche Voraussetzungen für eine integrierte Ressourcenplanung.

Regionen gewinnen dreifach

Das Umweltbundesamt erstellt Umweltressourcen- und Nutzungsinventare für die Regionen. Sie geben Auskunft über die vielfältigen Funktionen der vorhandenen Umweltressourcen. Auf dieser Grundlage werden Aktionsprogramme zur zukünftigen, effizienten Nutzung der Umweltressourcen und zum Ausgleich von Nutzungsinteressen erarbeitet. Darin enthalten sind auch Handlungsempfehlungen, die mit AdressatInnen, Beteiligten und den erforderlichen Umsetzungsschritten versehen sind. Inventare und Aktionsprogramme werden in enger Abstimmung mit den relevanten Stakeholdern und regionalen Fachleuten erstellt. Durch aktive Partizipation, die von der ÖAR Regionalberatung moderiert wird, fließt regionales Wissen direkt in das Projekt ein.

 

Die Regionen profitieren auf drei Ebenen:

  • Das Projekt liefert eine ökologische Bestandsaufnahme der Region. Der Prozess und das Ergebnis des Vorhabens schafft bei Stakeholdern, Politik und Bevölkerung ein besseres Verständnis über den ökologischen Wert der Umweltressourcen.
  • Die Aktionsprogramme bieten eine regionale Informationsgrundlage im Vorfeld einschlägiger Verwaltungsverfahren zur Regelung von Nutzungsansprüchen und -konflikten um regionale Umweltressourcen – etwa bei der Ausweisung von Vorrangflächen in der Raumplanung. Die Region erhält damit ein Instrument, mit dem sie Nutzungsinteressen besser koordinieren kann und dadurch Konflikte vermeidet.
  • Die Umweltqualität, das ökologische Profil der Regionen, kann zur Vermarktung und strategischen Positionierung nach innen und außen kommuniziert werden.

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