Neobiota - From Ecology to Conservation

Über 350 internationale Expertinnen und Experten aus 45 Ländern diskutierten zwischen 27. und 29. September 2006 in Wien die Problematik der Ausbreitung nichtheimischer Tier- und Pflanzenarten, so genannter Neobiota. Die 4. Europäische Neobiota-Konferenz wurde von Umweltbundesamt gemeinsam mit dem BfN Deutschland (deutsches Bundesamt für Naturschutz) veranstaltet.

Neobiota europaweit unterschätzt

Gebietsfremde, vom Menschen eingeführte Arten wie der aus Amerika stammende Flusskrebs oder die Robinie gefährden die Biodiversität. Sie verändern Lebensräume und verdrängen heimische Arten. Begünstigt durch den intensiven Welthandel wurden in den letzten Jahren Dutzende neue Arten nach Europa eingeschleppt, von denen sich einige etabliert haben und ökologische, gesundheitliche oder wirtschaftliche Schäden verursachen.

 

Das Ausmaß potentieller und tatsächlicher Schäden wurde in zahlreichen Vorträgen thematisiert. Der renommierte Biologe Prof. Dan Simberloff (University of Tennessee) machte in seinem Eröffnungsvortrag anhand von Beispielen aus den USA klar, dass rasches Handeln bei der Einschleppung problematischer Neobiota unumgänglich ist. Dr. Jeff McNeely, Chief Scientist der Weltnaturschutzunion IUCN, betonte in seiner Rede den gemeinsamen Handlungsbedarf in Europa und plädierte für präventive Maßnahmen.

 

Die TeilnehmerInnen der 4. Europäischen Neobiota-Konferenz, der bisher größten Veranstaltung zu biologischen Invasionen in Europa, waren sich einig, dass die Folgen biologischer Invasionen in Europa nach wie vor unterschätzt werden. Sie machten angesichts dieser Schäden deutlich, dass die länderübergreifenden Auswirkungen von Neobiota ein gemeinsames Handeln erfordern. Es wurde eine Resolution verabschiedet, die eine Intensivierung der Zusammenarbeit auf europäischer Ebene fordert. Diese Resolution ist auf der Homepage NeoFlora verfügbar.

 

Die nächste europäische Konferenz zu biologischen Invasionen findet 2008 in Prag statt.

 

Kurzfassungen aller Beiträge und ausgewählte wissenschaftliche Beiträge sind als Download verfügbar.