Neue Publikation: Vielfalt statt Zwiespalt

Begleitfaden zum Mitgestalten von Lebensräumen – ein Beitrag zur Umsetzung der Biodiversitätskonvention

(21.7.2006) Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt bergen ein mitunter beachtliches Konfliktpotenzial. Wann immer ein Naturschutzprojekt initiiert wird oder Raumplanungsprojekte erstellt werden, hat das nicht nur Auswirkungen für die Umwelt, sondern auch für viele handelnde Personen – die ProjektbetreiberInnen, die zuständigen Behörden auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene, GrundeigentümerInnen, LandnutzerInnen, Vereine und Interessensvertretungen. Darüber hinaus betreffen die Auswirkungen all jene, die Nutzungsinteressen gelten machen wie AnrainerInnen oder etwa Erholungssuchende.

In der Praxis kann es deshalb bei solchen Projekten zu Interessenkonflikten und Spannungen kommen, die die Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt beeinträchtigen können.

 

Das Umweltbundesamt hat mit „Vielfalt statt Zwiespalt“ einen Leitfaden herausgegeben, der dieses Thema aufgreift und praktische Lösungsvorschläge anbietet. Ob und welche Art von Beteiligungsprozessen bei welchen Projekten sinnvoll sind, welche Chancen und Risiken darin liegen, wie solche Prozesse vorbereitet werden und ablaufen, diese und viele ähnliche Fragen beantwortet der neue Begleitfaden zum Mitgestalten von Lebensräumen. Viele Beispiele, Checklisten und Handlungsanleistungen, die das AutorInnenteam erarbeitet und zusammengetragen hat, helfen, Situationen und Handlungsmöglichkeiten richtig einzuschätzen und einen Beteiligungsprozess erfolgreich zu meistern.

 

Anwendungsbeispiele gibt es viele: Immer wenn Schutzgebiete ausgewiesen oder Naturschutzprojekte initiiert werden, die land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung geplant wird, z. B. Managementpläne für Natura 2000-Gebiete, oder örtliche Entwicklungskonzepte, Flächenwidmungspläne und Wohnbauvorhaben erstellt werden, ist der Leitfaden ein hilfreiches Werkzeug. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind Infrastrukturprojekte wie Straßenbauten, Rohstoffabbauvorhaben oder touristische Projekte, z. B. Golfplätze, Freizeitparks, Schilifte/Beschneiungsanlagen.