Mechanisch-biologische Abfallbehandlung in Österreich

Neuer Bericht des Umweltbundesamt zeigt Status und Potenzial der mechanisch-biologischen Abfallvorbehandlung

(9.1.2007) Die mechanisch-biologische Abfallbehandlung (MBA) hat sich in Österreich als Alternative bzw. als begleitendes Verfahren zur thermischen Vorbehandlung von Abfällen vor der Deponierung etabliert. Der Bericht „Ist-Stand der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung (MBA) in Österreich“ des Umweltbundesamt zeigt den Status der 16 MBA-Anlagen, die 2005 in Österreich in Betrieb waren.

 

Behandelte Abfallmengen, Betriebsführungen und Auflagen in Genehmigungsbescheiden zeigen, dass ein einheitlicher Stand der Technik gemäß der österreichischen Richtlinie für die mechanisch-biologische Abfallbehandlung (MBA-Richtlinie, BMLFUW 2002) noch nicht in vollem Ausmaß für die Genehmigung und den Betrieb der MBA-Anlagen berücksichtigt wird. Handlungsbedarf gibt es vor allem bei emissionsbezogenen Anforderungen im Hinblick auf Abgaserfassung und -reinigung sowie Reduktion von Schadstoffparametern in der Abluft.

Anlagenkapazitäten und Abfallfraktionen

Die maximale Verarbeitungskapazität aller 16 MBA-Anlagen hat sich im Vergleichszeitraum 2003-2005 von 441.350 auf 669.350 Tonnen pro Jahr wesentlich gesteigert. Die zur Behandlung übernommene Gesamtabfallmenge hat im selben Zeitraum von 228.043 Tonnen auf 612.730 Tonnen zugenommen. Die mengenmäßig bedeutendste Fraktion bildete dabei Restmüll (Hausmüll und hausmüllähnlicher Gewerbeabfall), der von 163.891 auf 482.481 Tonnen pro Jahr anwuchs. Weitere wesentliche Fraktionen waren Gewerbeabfall, Klärschlamm und Sperrmüll.

 

Zur bedeutendsten Outputfraktion hat sich die abgetrennte bzw. vorbehandelte heizwertreiche Fraktion von ca. 18 % im Jahr 2003 auf ca. 45 % im Jahr 2005 entwickelt. Der Anteil der Deponiefraktion am Gesamtoutput hat im Vergleichszeitraum von 66 % im Jahr 2003 auf 29 % im Jahr 2005 abgenommen, wobei ab dem Jahr 2004 bereits ein prozentmäßig sehr hoher Anteil von ca. 96 % der Deponiefraktion die – ab dem Jahr 2004 ergänzend, verpflichtend einzuhaltenden – Ablagerungskriterien der Deponieverordnung (u.a. Brennwert und Stabilitätsparameter) entsprochen hat.

MBA-Richtlinie

Die österreichische MBA-Richtlinie gibt einen einheitlichen Stand der Technik für die mechanisch-biologische Abfallbehandlung vor und dient den Betroffenen, besonders Planerinnen und Planern sowie Anlagenwerberinnen und -werbern, als Orientierung. Darüber hinaus stellt sie eine wichtige Grundlage für BehördenvertreterInnen in den Verfahren zur Genehmigung von MBA-Anlagen dar.

 

Weitere Informationen:

Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt,

Mobil: +43 (0)664/611 90 94

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