Verhalten biologisch aktiver Risikosubstanzen
... in Boden und Grundwasser
(18.6.2007) Gülle oder Biogasgülle, die in der Landwirtschaft als Dünger eingesetzt wird, kann biologisch wirksame Substanzen wie Antibiotika, quarterinäre Ammoniumverbindungen oder Glyphosate enthalten. Reichern sich die Substanzen in Boden und Grundwasser an, können sie lange in diesen Umweltmedien verbleiben, sich von einem in das andere verlagern und damit negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Dieses Verhalten biologisch aktiver Risikosubstanzen in Boden und Grundwasser ist Thema einer Veranstaltung von AGES und Umweltbundesamt am 28. Juni 2007 in Wien. Eingeladen sind internationale und nationale ExpertInnen, die über Studien und Forschungsergebnisse referieren. Für Österreich planen die Veranstalter ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, in dem das Verhalten und die Wirkung ausgewählter Stoffe auf Bodenqualität, -funktionen und -nutzung analysiert werden soll.
Antibiotika und deren Metaboliten sowie quaternäre Ammonium-verbindungen aus Gruppe der Tenside, werden in ökologisch wirksamen Konzentrationen nicht nur in der Gülle sondern auch im Boden nachgewiesen. Sie werden im Haushalts- und im industriellen Bereich, aber auch in der Landwirtschaft eingesetzt. Ebenfalls nachgewiesen wird der Wirkstoff Glyphosate, der in Totalherbiziden enthalten ist. Über das Verhalten dieser Substanzen im Boden liegen derzeit nur wenige wissenschaftliche Ergebnisse vor, die auf österreichische Verhältnisse übertragbar sind. Geänderte Umweltbedingungen, insbesondere der Anstieg an CO2 in der Atmosphäre, können den wurzelnahen Raum – die so genannte Rhizosphäre - beeinflussen und damit wesentlichen Einfluss auf Verlagerungsprozesse im Boden nehmen.
Forschungsprojekt "Verhalten und Wirkung ausgewählter Stoffe auf Bodenqualität, Bodenfunktionen und Bodennutzung"
Die Modellierung der Dynamik von biologisch wirksamen Substanzen und ihrer Verlagerung im Bodenprofil erfordert eine genaue Kenntnis der chemischen und biologischen Boden- und Sickerwasseranalytik sowie der bodenhydrologischen Rahmenbedingungen. Diese können am besten in so genannten Lysimeteranlagen – Lysimeter sind in das Erdreich eingelassene, gefüllte Behälter zur Messung des Wasserhaushaltes der Bodenarten bzw. Bodentypen - erfasst werden. Ziel des Forschungsprojekts ist, detaillierte und auf österreichische Verhältnisse anwendbare Daten zu erhalten, auf deren Basis sich das Risiko von ökotoxikologischen Effekten der Substanzen und vom Eintrag in die Nahrungskette durch die Gülleanwendung abschätzen lässt.
Termin: 28. Juni 2007, 10-15.30 Uhr
Ort: AGES, Spargelfeldstraße 191, 1226 Wien
Anmeldung bis 21. Juni 2007 per E-Mail an akademie@ages.at oder per Fax unter der Nummer 050 555/25 209.
Weitere Informationen:
Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt,
Mobil: 0664/611 90 94
Deutsch
english





















