Aktuelle Ergebnisse der Luftschadstoff-Inventur
...für Stickoxide, Schwefeldioxid, Ammoniak und organische Verbindungen ohne Methan im Jahr 2006
(31.3.2008) – In der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur (OLI) ermittelt das Umweltbundesamt jährlich die Emissionen der Luftschadstoffe Stickoxide (NOx), Schwefeldioxid (SO2), Ammoniak (NH3) und flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC). Für diese Luftschadstoffe sind gemäß einer EU-Richtlinie (NEC-RL) für das Jahr 2010 nationale Emissionshöchstmengen vorgesehen. Die aktuellen Ergebnisse: Im Jahr 2006 liegen die SO2- und NH3-Emissionen bereits unter dem Zielwert für 2010. Die NOx und NMVOC-Emissionen liegen 2006 darüber.
NOx-Emissionen
Für das Jahr 2006 wurde ein Ausstoß von rund 173.000 Tonnen Stickoxid (NOx) in Österreich berechnet. Im Vergleich zu 2005 bedeutet das eine Abnahme um 2.500 Tonnen (ca. -1,4 %). Gemäß der EU-Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen (NEC-RL) darf Österreich ab 2010 maximal 103.000 Tonnen NOX freisetzen. Dieses Ziel wird 2006 noch deutlich überschritten. Die bedeutendste Quelle der in Österreich emittierten Stickoxide ist der Straßenverkehr, aus dem ca. 45 % dieser Emissionen stammen.
NMVOC
Die NMVOC-Emissionen betrugen im Jahr 2006 rund 168.000 Tonnen und lagen damit um 9.000 Tonnen über dem für 2010 festgesetzten Emissionshöchstmengen-Ziel. Verglichen mit 2005 wurde ein Anstieg der Emissionen um 8.700 Tonnen (ca. 5,4 %) ermittelt, der hauptsächlich auf die vermehrte Anwendung von Lösungsmittel zurückzuführen ist. Die größten Mengen an NMVOC-Emissionen werden bei der Anwendung von lösungsmittelhaltigen Farben und Lacken sowie der Anwendung von Lösungsmittel und lösungsmittelhaltigen Produkten vor allem im Haushaltsbereich und in Druckereien freigesetzt.
Schwefeldioxid
Mit einer Emissionsmenge von insgesamt rund 28.000 Tonnen im Jahr 2006 liegen die SO2-Emissionen deutlich unter dem nationalen Emissionshöchstmengen-Zielwert von 39.000 Tonnen für 2010. Im Vergleich zu 2005 führen vor allem Zunahmen im Bereich der Kraft- und Fernwärmewerke, der Raffinerie sowie der Eisen- und Stahlindustrie zur Zunahme der Schwefeldioxidemissionen um 1.800 Tonnen (ca. 6,8 %).
Ammoniak
Die Ammoniakemissionen (NH3) blieben im Zeitraum 2005 und 2006 mit rund 65.000 Tonnen konstant. Damit liegen sie knapp unter dem Emissionshöchstmengen-Zielwert von 66.000 Tonnen für das Jahr 2010. Etwa 93 % der österreichischen NH3-Emissionen stammen aus dem Sektor Landwirtschaft.
Änderungen im Vergleich zur letztjährigen Inventur
Die Österreichische Luftschadstoff-Inventur unterliegt einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Daher kann es bei den Emissionsdaten bei Vorliegen neuer Erkenntnisse über die gesamte Zeitreihe zu Anpassungen kommen. In der aktuellen Luftschadstoff-Inventur unterscheiden sich vor allem bei den Stickoxiden die Emissionsdaten von der Inventur des Vorjahres. Die höheren NOx-Emissionen sind insbesondere auf verbesserte Berechnungsgrundlagen im Verkehrssektor bezüglich der nationalen Fahrleistung und neuer Messergebnisse über das Emissionsverhalten von Fahrzeugen zurückzuführen. Insgesamt ist der Trend der NOx-Emissionen in Österreich seit 1990 rückläufig.
Weitere Informationen:
Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, 0664/611 90 94
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